Haushalt Binau

Nicht sonderlich hoch, aber erfreulich

Die Gemeinde investiert kräftig, muss dabei aber jeden Euro zweimal umdrehen.

12.05.2022 UPDATE: 13.05.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 37 Sekunden
Binau nimmt sich für dieses und die kommenden Jahre einiges an Investitionen vor. Der Haushaltsplan 2022 und der Finanzplan bis 2025 bilden das ab. Foto: Ursula Brinkmann

Von Ursula Brinkmann

Binau. Die Verabschiedung eines Haushaltsplans gehört im jährlichen Sitzungsverlauf von Gemeinderäten zu den Höhepunkten; in Binau fällt der für das laufende Haushaltsjahr in den Mai. In der Sitzung des Binauer Gemeinderats begrüßte Bürgermeister René Friedrich Tobias Leibfried, der das Zahlenwerk präsentierte. Der Kämmerer erledigt diese Aufgabe im Gemeindeverwaltungsverband Neckargerach-Waldbrunn für vier Gemeinden, eine davon ist Binau. Woran er sich bei der Erstellung des Haushaltsplans orientierte hat, sagte er gleich zu Beginn: "Verwaltung und Gemeinderat haben einen Maßnahmenkatalog erstellt; das muss alles rein." Die Liste der Projekte und Ziele ist lang, weshalb für die anstehenden Investitionen Kreditaufnahmen nicht zu umgehen sind.

Gebraucht wird das Geld an vielen Stellen. Der größte Posten im 983.000 Euro (440.000 netto) umfassenden Investitionsprogramm dieses Jahres ist die Grundschule, die umgebaut, modernisiert und digitalisiert werden soll. Die voraussichtlichen Kosten betragen 585.000 Euro, es wird mit Zuschüssen in Höhe von 360.000 Euro gerechnet. Auch der Umbau der Binauer Wasserversorgung / Anschluss an die Mosbacher Stadtwerke schlägt kräftig zu Buche: 150.000 Euro sollen 2022 für "vorbereitende Maßnahmen" ausgegeben werden. Eine davon – die Ingenieurleistungen für eine Rohrnetzberechnung in Höhe von 26.000 Euro – beschloss das Gremium mit dem nächsten Tagesordnungspunkt.

Die Erweiterung des Kindergartens steht im Haushaltsplan 2022 mit "nur" 33.000 Euro. Planungskosten. Dafür wird es im kommenden Jahr richtig teuer, wie Leibfrieds Finanzplanung bis 2025 zeigte: Einer halben Million Euro stehen im kommenden Jahr 300.000 Euro an Förderung gegenüber. In dieser Übersicht von vier Jahren zeigte sich, dass die Umstellung der Wasserversorgung Binaus Budget am stärksten belastet. Mehr als vier Millionen Euro wird es kosten, 2,8 Mio. Euro plant man an Zuschüssen ein. Der große Finanzbedarf soll in diesem Jahr durch die Aufnahme von Krediten in Höhe von 239.000 Euro gedeckt werden; die Verschuldung produziert im Finanzhaushalt Ausgaben in Höhe von 98.000 Euro für die Tilgung der Kredite.

Im Ergebnishaushalt, der der kaufmännischen Gewinn- und Verlustrechnung ähnelt, kommt jedoch ein Miniüberschuss von 19.500 Euro zustande. "Nicht sonderlich hoch", urteilt man in der Beschlussvorlage, aber für Leibfried wie für Friedrich dennoch ein "erfreuliches Ergebnis", zumal darin noch mal 177.400 Euro an nicht investiven Projekten abgebildet sind. Es könnte ja auch ein Minus ...

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