Spektakel mit Verspätung

So lief die Premiere des "Circus Baruk" in Dossenheim (plus Fotogalerie)

Nach Freigabe der Manege: Akrobaten, Jongleure, Clowns und Dresseure beeindruckten die Premieren-Zuschauer

31.05.2019 UPDATE: 01.06.2019 06:00 Uhr 1 Minute, 33 Sekunden

Herr der Kamele und Ponys: Beeindruckend präsentierte Zirkusdirektor Jonny Weisheit Baruk die Tierdressuren. Foto: Alex

Von Doris Weber

Dossenheim/Heidelberg. Einige Besucher hatten das Drama um den "Circus Baruk" gar nicht mitbekommen. Weil das Zirkuszelt an der Gemarkungsgrenze zwischen Dossenheim und Heidelberg für das Verwaltungsgericht in Karlsruhe zu nah an einem Chemiewerk stand, gab es zunächst ein Auftrittsverbot - bis die Richter in Mannheim die Entscheidung am Mittwoch kippten. So wurde die um mehrere Tage verschobene Premiere an Christi Himmelfahrt nachgeholt.

Mehr als hundert Menschen, vor allem Familien, waren für die Show mit Akrobaten, Jongleuren, Clowns und Tierdressur an die Boschstraße gekommen. Sie wollten eintauchen in die fantastische Zirkuswelt - und die Zirkusfamilie Baruk versteht ihr Handwerk. In siebter Generation traf 200 Jahre Manege-Erfahrung auf ein gleichbleibend fasziniertes Publikum.

Zu den fantastischen Bildern gehörte der Ritt der Künstlerin, die später Akrobatisches am Reifen bot. Wie aus Tausendundeiner Nacht wirkte die Szene. Ihre Übungen, bei denen sie auch kopfüber hängend ästhetisch schön wirkte, präsentierte sie in luftigen neun Metern Höhe über dem Boden schwebend. Ohne Netz erhöhte sich der Nervenkitzel für sie wie für die respektvoll aufschauenden Zuschauer.

Schönste Clownerie boten die Tollpatsche mit der legendären Nummer "Bienchen, Bienchen gib mir Honig". Klar, dass da auch das Publikum nicht verschont blieb. Überraschungsmomente blieben nicht aus. Vor allem die Kinder kicherten und lachten über die scheinbare Unbeholfenheit der Akteure.

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Beeindruckend präsentierte Zirkusdirektor Jonny Weisheit Baruk die Tierdressuren. Den Anfang machte die Rasselbande. Vier Ponys sausten blitzschnell durch die Manege. Später folgten vier stolze Pferde. Ihre rhythmischen Drehbewegungen wirkten wie ein Tanz. Und schließlich kamen auch zwei Kamele.

Zu einem der Höckertiere scheint Baruk eine besonders innige Beziehung zu pflegen. Es hat ihn wohl zum Fressen gern, wie das beharrliche Festhalten seiner Hand mit dem Maul zeigte. Besonders beeindruckte übrigens, dass gar nicht erkennbar wurde, wie der Chef im Rund seine Anweisungen gab.

Großes Kino boten auch die Jongleure. Da flogen Bälle und Keulen nicht einfach nur durch die Luft. Sie waren in besonders großer Zahl ohne Bodenhaftung und sie wirbelten in atemberaubender Geschwindigkeit herum. Und die artistische Nummer auf dem Brett mit einer Rolle als Unterlage inklusive Trommelwirbel begeisterte die Zuschauer ebenso.

Ort des Geschehens

"Im Zirkus, im Zirkus..." wurde später gesungen und weiter "Das ist wie ein Rausch und nur der Augenblick zählt". So wirkt es tatsächlich. Herzblut und Herzklopfen erreichten jedenfalls das Publikum. Manuela Baruk, die im Hintergrund moderiert hatte, dankte aufrichtig, dass der Zirkus nun doch am Ort gastieren darf. Entgegen der Plakatmeldungen wird er noch bis Montag, 10. Juni, auftreten.

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