Eberbach

Spendenbereitschaft für die Ukraine sehr hoch

Auch knapp ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn ist die Hilfsbereitschaft für die Ukraine sehr hoch.

26.07.2022 UPDATE: 26.07.2022 06:00 Uhr 1 Minute, 51 Sekunden
Immer da, wenn angepackt werden muss: Sandra Wäsch (weißes Oberteil) und ihre Helfer verladen die gesammelten Spenden in den Lkw. Schon am heutigen Dienstag sollen die Hilfsgüter in der Ukraine ankommen. Foto: Moritz Bayer

Von Moritz Bayer

Eberbach. Bei schlimmen Nachrichten oder Tatsachen setzt nach einiger Zeit häufig eine Art Gewöhnungseffekt ein. Was anfangs für Aufregung sorgte, wird zur Routine. Der Ukrainekrieg aber beschäftigt die Eberbacher nach wie vor sehr: Gestern machten Sandra Wäsch und ein gutes Dutzend fleißige Helfer den bereits zehnten Hilfsgütertransport in das kriegsgebeutelte Land fertig, noch heute sollen mehr als 14 Paletten ankommen und direkt vor Ort verteilt werden.

Im Dr.-Schmeisser-Stift wurde gesammelt, seit einer knappen Woche hieß es für Wäsch und Co. dann: Paletten packen. Keine leichte Aufgabe, die schwersten der Holzkonstrukte brachten, beladen rund 600 Kilogramm auf die Waage. Dick mit Folie umwickelt, konnte Lkw-Fahrer Thomas Pfleger von der LD Logistik Weinheim GmbH & Co. KG dann seinen elektronischen Hubwagen einsetzen und die Paletten in den Lastwagen fahren.

Als Dämpfung wurden Matratzen, Bettlaken und Kissen oben auf den Paletten platziert, im Laster war kein bisschen Platz mehr. Hätte nicht alles hineingepasst, wären die zunächst entbehrlicheren Spenden mit privaten Autos nachgefahren worden. "Lebensmittel, Hygieneartikel, Putzsachen, das alles muss auf jeden Fall mit", gab Wäsch die Anweisungen, natürlich nicht, ohne selbst mit anzupacken. Dank der zahlreichen helfenden Hände ging das Verladen schnell vonstatten. Unter den Helfern waren viele Ukrainer, die froh sind, von hier aus etwas für ihre Heimat tun zu können. Etwa 300 bis 350 Pakete fanden so gestern aus Eberbach ihren Weg ins Krisengebiet.

Den Lkw fährt Pfleger bis nach Nagold, dort wird seine Ladung, zusammen mit anderen Ladungen, auf große 40-Tonner umgeladen. Diese fahren bis an die ukrainische Grenze. Den Kontakt zur Deutschen Humanitären Hilfe Nagold (DHHN) hatte Wäsch selbst im Internet recherchiert und gute Erfahrungen gemacht.

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An der ukrainischen Grenze wird es dann schwierig: Aus den 40-Tonnen-Großlieferungen werden zahlreiche kleinere gemacht. Das hat Sicherheitsgründe. Oft bekommen die Fahrer der kleinen Transporter erst ein bis zwei Stunden vor Abfahrt mitgeteilt, welchen Weg sie genau nehmen sollen. Die Hilfskorridore sind für bestimmte Zeiten dann sichere Zonen, oder vielmehr: sollten es sein. Denn beim letzten Mal wurde einer der Transporter dennoch beschossen! "Zum Glück gab es keinen Personenschaden und der größte Teil der Lieferung kam nach abermaliger Umladung letzten Endes doch bei den Bedürftigen ...

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