OB-Wahl Heidelberg

"Die Linke"-Kandidat Bernd Zieger setzt auf Wohnungspolitik

Der "Linke"-Stadtrat tritt zur Oberbürgermeisterwahl an. Günstige Mieten sind sein Hauptthema. Auch das Klima steht auf der Agenda.

23.06.2022 UPDATE: 24.06.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 8 Sekunden
Passionierter Schachspieler, Läufer und engagiert: Bernd Zieger stellte im Dezernat 16 sein Wahlprogramm vor. Wenn es nach ihm ginge, würde die GGH künftig ihre Mieten am Einkommen der Mieter bemessen. Foto: Sabine Arndt

Von Jonas Labrenz

Heidelberg. Beim letzten Halbmarathon hat er Eckart Würzner bereits geschlagen – jetzt will Bernd Zieger ihm auch den Chefposten im Rathaus streitig machen. Rund 30 Besucher hörten sich am Mittwoch im Dezernat 16 an, wie er das schaffen will. Das Wahlprogramm des "Linke"-Stadtrats konzentriert sich vor allem auf die Wohnungspolitik. Überschrieben ist es mit "Heidelberg geht auch sozial, klimaneutral und für alle".

Wer ist Bernd Zieger? Der 54-jährige Bernd Zieger ist gebürtiger Berliner und 1995 nach Heidelberg gezogen. Der Diplom-Wirtschaftsinformatiker war hier ab 2004 bei der "Bunten Linken", trat 2007 in die "Linke" ein, war ab 2009 Bezirksbeirat in Rohrbach und ist seit 2014 Stadtrat. Bei der "Heidelberger Lebensversicherung AG" hat Zieger 2010 einen Betriebsrat gegründet und ist seit 2012 dessen Vorsitzender. Außerdem ist er Mitglied der Gewerkschaft Verdi, der Energiegenossenschaft Heidelberg, bei Greenpeace, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BDA) und Fördermitglied bei Amnesty International. Ansonsten ist Zieger nach eigener Auskunft passionierter Schachspieler, Jogger und Schwimmer.

Warum will Zieger Oberbürgermeister werden? "Die Kandidatur bietet mir die Gelegenheit, unsere Themen in die Öffentlichkeit zu tragen", so Zieger. Die Wohnungspolitik etwa sei bei vielen Thema, stünde aber nicht im Mittelpunkt und sei beispielsweise bei Mitbewerberin Theresia Bauer unkonkret. Da hat Zieger genaue Vorstellungen. "Wenn andere das übernehmen, dann wäre das eine gute Sache." Außerdem wünscht er sich, mit seiner Kandidatur die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Bei der letzten OB-Wahl 2014 lag sie bei 21,8 Prozent, damals hatten SPD und Grüne allerdings auch keinen Kandidaten aufgestellt. Ein weiterer persönlicher Grund, den Zieger mit einem Augenzwinkern vorträgt: "Wenn ich nicht zum Oberbürgermeister gewählt werde, bin ich ab 1. Januar des nächsten Jahres arbeitslos." Die Firma wurde nach Ziegers Aussagen 2013 von einem Finanzinvestor aus Großbritannien übernommen und seine Sparte aufgelöst.

Rechnet sich Zieger realistische Chancen aus? Nach der Frage, wen er für den zweiten Wahlgang unterstütze – was also passiert, wenn er im ersten Wahlgang scheitert –, gab Zieger keine direkte Antwort. Er sagte über die Stichwahl aber, die werde sich dann wohl "auf die aussichtsreichsten Kandidaten konzentrieren". ...

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