TSG-"Phantomtor" kommt ins Museum

Gehäuse samt Loch steht jetzt im Auto- und Technik-Museum - Netz kam nach einer Versteigerung zurück zur TSG

30.03.2015 UPDATE: 31.03.2015 06:00 Uhr 1 Minute, 4 Sekunden

Das Tor, das keines war: Der Kopfball von Stefan Kießling rutschte durch die Maschen des Netzes. Ins Auto- und Technik-Museum hat dieser Moment jetzt Einzug gehalten. Foto: Archiv

Sinsheim. (kel) Die Überschalljets Concorde und Tupolev, das Raketen-Auto "Blue Flame", der Super-Rolls-Royce "Silver Ghost" - und jetzt sogar noch ein Phantomtor. Das jüngste Exponat des Sinsheimer Auto- und Technik-Museum hat nicht nur die kürzeste Anreise, sondern fällt auch thematisch aus dem Rahmen: Es ist das Torgehäuse samt löchrigem Netz aus dem legendären Bundesliga-Spiel, bei dem am 18. Oktober 2013 der Leverkusener Stefan Kießling in der 70. Minute den Ball zum 0:2 für die Gäste einnetzte - allerdings durch eben dieses Loch im Tornetz. Der Treffer ging als "Phantomtor" in die Bundesligageschichte ein. Ob er gelten sollte oder nicht, beschäftigte sogar das DFB-Schiedsgericht. Dieses wollte aber die (Fehl-)Entscheidung von Schiedsrichter Felix Brych nicht mehr korrigieren.

Dass das "Phantomtor" jetzt Eingang ins Museum gefunden haben sollte, wollten viele Fußballfans am Wochenende nicht so recht glauben, als das Technik-Museum die Nachricht auf seiner Webseite verbreitete. Sie hielten die Meldung für einen vorgezogenen April-Scherz. "Das Torgehäuse ist echt und auch das Netz", versicherte Museumssprecherin Simone Lingner dagegen auf RNZ-Nachfrage. Das Aluminium-Gehäuse sei von der TSG zur Verfügung gestellt worden. Das Netz mit dem ominösen Loch war zwar zwei Monate nach dem Skandalspiel zugunsten der Aktion "Ein Herz für Kinder" versteigert worden, aber der Erwerber habe das Maschenwerk dann den Hoffenheimern zurückgegeben. Und so landete es eben auch im Museum.

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Aufgestellt ist das "Phantomtor" samt Erläuterung auf einer Empore der Museumshalle zwischen Motor- und Fahrrädern, Musikorgeln und Lokomotiven. "Technik und Fußball, das passt", meint Simone Lingner. Denn Museum und Stadion liegen nicht nur nebeneinander, sondern haben auch viele gemeinsame Besucher. Wenn Auswärtige in Sinsheim Fußball gucken, so wurde festgestellt, statten sie oft auch noch dem Technik-Museum eine Visite ab.

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