Verängstigte Kinder, Verletzter

Abi-Scherz in Bammental sorgt für Kritik

Ein Schüler musste nach einem Sturz in die Klinik. Kinder wurden eingeschüchtert.

06.07.2024 UPDATE: 06.07.2024 04:00 Uhr 1 Minute, 14 Sekunden

Das Gymnasium in Bammental. Archivfoto: Alex

Bammental. (bmi) Verängstigte Kinder, ein sexistisches Motiv am Eingang und ein Verletzter: Wohl etwas zu wild gefeiert haben die Abiturienten des Gymnasiums am Donnerstag. Der diesjährige Abistreich sorgte in Bammental jedenfalls für Aufregung. Während RNZ-Leser von einer Eskalation sprechen, betont Schulleiter Benedikt Mancini: "Insgesamt verlief der Abistreich nicht sehr viel anders als in anderen Jahren."

Los ging es laut Zeugen vor Schulbeginn mit einer Blockade des Schulhauses – so weit, so üblich. Ein aufgebauter Pool, Strohballen auf dem Außengelände, das Bespritzen von Schülern und Autofahren mit Wasser – über diese Streiche mag man streiten, jedoch sind sie normal. Dass wohl jüngere Schüler von den Abiturienten "massiv am Betreten der Schule gehindert wurden", mit Rasierschaum bespritzt und ins Wasser geworfen wurden, sind eher Grenzüberschreitungen.

"Viele Kinder haben sich belästigt gefühlt und wurden von ihren Eltern abgeholt", berichtet ein RNZ-Leser von "rüpelhaftem Verhalten". Zudem sei der Eingangsbereich mit einem sexistischen Motiv "geschmückt" worden.

Am Folgenschwersten traf es einen Achtklässler selbst: Er fiel mit dem Kopf auf eine Steinplatte und erlitt eine Platzwunde. "Unser Schulsanitätsdienst musste einen Schüler behandeln", bestätigt Mancini und entwarnte am Freitag: Der Junge sei aus der Klinik entlassen worden, gesundheitliche Folgen drohen wohl nicht.

Insgesamt ordnet der Schulleiter ein: "In fast jedem Jahr und an fast jeder Schule kommt es beim Abistreich zu unangenehmen Begleiterscheinungen", etwa verstopften Toiletten oder Schmierereien.

Dieses Mal hätte es einige Verstöße gegen Absprachen gegeben. Bisher habe man wie die meisten Schulen versucht, mit dem jeweiligen Jahrgang so gut wie möglich zu kooperieren und den Abischerz so zu einem positiven und sicheren Erlebnis für alle zu machen, so Mancini.

Er habe viele E-Mails erhalten und Gespräche geführt. Manche fordern ein Verbot des Abistreichs. "Aber die meisten, auch Eltern von Kindern, die sich erschreckt haben, nass wurden oder ähnliches, sagen, so etwas gehöre zur Schulkultur oder Schul-Subkultur und dürfe nicht verboten werden." Man werde nun sehr genau überlegen, wie man künftig verfahre.

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