Neckar-Odenwald-Kreis

Handwerker sind "gefragter denn je"

Der Arbeitsmarkt im August: Die Arbeitslosenquote liegt bei 4 Prozent. Die Zahl der Ausbildungsstellen ist um 6,5 Prozent gesunken.

30.08.2025 UPDATE: 30.08.2025 12:00 Uhr 2 Minuten, 9 Sekunden
Mit einer Ausbildung im Handwerk eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten. Symbolfoto: dpa

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Im August ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim auf 13.869 gestiegen. Das sind 633 Arbeitslose (4,8 Prozent) mehr als im Juli und 680 (5,2 Prozent) mehr als im August 2024. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4 Prozent (Juli: 3,8 Prozent).

Wie schon im Juli zeigt sich der saisonale Effekt vor allem bei den gestiegenen Arbeitslosenzahlen junger Menschen unter 25 Jahren. "Viele Schulabgängerinnen und Schulabgänger oder frisch Ausgebildete, die noch keine direkte Anschlussbeschäftigung gefunden haben, melden sich über die Sommermonate vorübergehend arbeitslos", erklärt Elisabeth Giesen, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.

Im September beginnt das neue Ausbildungsjahr. Noch ist Zeit, auch kurzfristig einzusteigen. Insbesondere auch im Handwerk werden Auszubildende und Fachkräfte dringend gesucht. "Weniger abhängig von globalen Krisen, Zöllen oder schwankender Konjunktur bietet das Handwerk sehr gute Zukunftschancen", führt die Agenturleiterin an. Wer sich heute für eine Ausbildung oder Umschulung entscheide, habe beste Perspektiven auf eine sichere und langfristige Beschäftigung.

"Die großen Transformationen wirken im Handwerk als Wachstumstreiber. Energiewende, Klimaschutz und Digitalisierung eröffnen neue Aufgabenfelder. Ob Solaranlagen, Gebäudesanierung oder Smart-Home: Handwerkerinnen und Handwerker sind gefragter denn je", so Elisabeth Giesen.

Im August wurden 779 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 56 (7,7 Prozent) mehr als im Juli und 39 (4,8 Prozent) weniger als im August 2024. Insgesamt waren 4918 Stellen gemeldet, 93 (1,9 Prozent) mehr als im Juli und 32 (0,6 Prozent) weniger als im August 2024.

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Im Neckar-Odenwald-Kreis liegt die Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent (Juli: 4 Prozent). Im August waren 3460 Menschen arbeitslos gemeldet, 146 (4,4 Prozent) mehr als im Juli und 150 (4,5 Prozent) mehr als im August 2024. 821 meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, und 679 beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 156 Stellen gemeldet, zwei (1,3 Prozent) mehr als im Juli und 3,7 Prozent weniger als im August 2024. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 793; 23,1 Prozent mehr als im August 2024.

Im Main-Tauber-Kreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,8 Prozent (Juli: 3,5 Prozent). Im August waren 2940 Menschen arbeitslos gemeldet, 213 (7,8 Prozent) mehr als im Juli und 171 (6,2 Prozent) mehr als im August 2024. 886 meldeten sich arbeitslos, und 677 beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 282 Stellen gemeldet, 76 (36,9 Prozent) mehr als im Juli und 5,1 Prozent weniger als im August 2024. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 1323; 8,9 Prozent weniger als im August 2024.

Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 6593 Arbeitslose gemeldet, im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) 7276. Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Bereich der Grundsicherung (SGB II) am gesamten Bestand betrug 47,5 Prozent.

Von den 3460 Arbeitslosen im Neckar-Odenwald-Kreis wurden 1595 vom Jobcenter Neckar-Odenwald betreut (74 weniger als im August 2024). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Neckar-Odenwald-Kreis betreuten 1865 Arbeitslose (224 mehr als im August 2024).

Von den 2940 Arbeitslosen im Main-Tauber-Kreis wurden 1242 vom Jobcenter Main-Tauber betreut (18 mehr als im August 2024). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Main-Tauber-Kreis betreuten 1698 Arbeitslose (153 mehr als im August 2024).

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres haben Arbeitgeber 5045 Berufsausbildungsstellen gemeldet, das sind 6,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Aktuell sind davon 1655 noch nicht besetzt. Im gleichen Zeitraum haben sich 2860 Bewerber gemeldet, das sind 0,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Davon sind 408 noch unversorgt. Das bedeutet, dass einem unversorgten Bewerber bzw. einer Bewerberin vier freie Stellen entgegenstehen.

Bei der Berufswahl lohne es sich, Handwerksberufe mit einzubeziehen, so Elisabeth Giesen. Man sieht sofort, was man geschaffen hat, und mit einer Ausbildung eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten – bis hin zum Meistertitel oder zur eigenen Firma. "Wer sich noch unsicher ist, sollte ein Praktikum machen: Dabei wird schnell klar, wie abwechslungsreich und kreativ die Arbeit im Handwerk sein kann", so Giesen und verweist auch auf das neue Online-Portal "meinBERUF", das jungen Menschen, Eltern und Lehrer umfangreiche Informationen rund um die Berufsorientierung gibt und damit das persönliche Dienstleistungsangebot der Berufsberatung ergänzt.

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