Heidelberger Bahnstadt

Darum gibt's immer wieder Ärger um die stinkenden Wasserbecken

Nicht nur Zierde - Sie erfüllen einen wichtigen Zweck - Amtsleiter verspricht Besserung

20.11.2020 UPDATE: 21.11.2020 14:00 Uhr 2 Minuten, 10 Sekunden
Dass der „Canale Grande“ den Langen Anger in der Bahnstadt schöner macht, bezweifelt niemand. Jedoch sind die Becken nicht nur ein Paradies für die Enten, sondern auch für Algen. Nach „Becken 4“ soll deshalb nun auch „Becken 3“ (hier im Foto) aufwendig saniert werden. Foto: Philipp Rothe

Von Denis Schnur

Heidelberg. Seit ihrem Bau 2014 sorgen die Wasserbecken in der Bahnstadt immer wieder für Ärger. Die Anlage im Langen Anger, von Anwohnern liebevoll "Canale Grande" genannt, ist regelmäßig voller Algen. Das Wasser ist oft verdreckt und müffelt im Sommer. Dass nun auch noch über 800.000 Euro investiert werden sollen, um eines der vier Bassins zu sanieren, brachte für die CDU-Fraktion im Gemeinderat das Fass zum Überlaufen.

Dass der „Canale Grande“ den Langen Anger in der Bahnstadt schöner macht, bezweifelt niemand. Jedoch sind die Becken nicht nur ein Paradies für die Enten, sondern auch für Algen. Nach „Becken 4“ soll deshalb nun auch „Becken 3“ (hier im Foto) aufwendig saniert werden. Foto: Philipp Rothe

Die Christdemokraten haben deshalb beantragt, das "Becken 3" einfach umzubauen, zum Beispiel zu einem Klimawäldchen. "In der Bahnstadt fehlt es ohnehin an städtischem Grün", erklärte Stadträtin Nicole Marmé im Bauausschuss. So könne man sich in Zukunft zudem die hohen Unterhaltskosten sparen.

Nachdem sie sich nun seit Jahren mit den Problemen rund um die Becken rumschlagen und immer wieder Geld zur Verfügung stellen müssen, stieß der Vorstoß bei einigen Ratskollegen zunächst auf Gegenliebe. "Das ist wirklich ein leidiges Thema", beschwerte sich etwa Judith Marggraf (Grün-Alternative Liste).

Doch es ist ein leidiges Thema, das sich auch nicht so leicht lösen lässt, wie es Teile des Gemeinderates gerne hätten. "Bei den Becken handelt es ja nicht primär um eine hübsche Anlage", betonte Ernst Baader, Leiter des Landschafts- und Forstamtes, "sonst hätten wir diese Probleme auch nicht." Sie erfüllten vielmehr eine wichtige Funktion als Abwasser-Beseitigungsanlage. "Und das ist leider Gottes sehr viel komplexer."

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Heidelberg habe hier selbst ein System entwickelt, mit dem das Regenwasser, das von den Dächern in der Bahnstadt abgeleitet wird, gefiltert werden kann. "Und eine Wasserentsorgung, die aussieht wie eine Schmuckanlage – das ist das Non plus ultra", so Baader.

Jedoch habe man bei der Entwicklung zwei Faktoren nicht bedacht, die nun zur Verdreckung der Becken führen würden. Zum einen enthalte das Substrat, das für die Dachbegrünung der Häuser genutzt wurde, deutlich mehr Phosphat als erwartet – und dieses werde mit in die Bassins gespült. Zum anderen heize sich das Wasser mehr auf als gedacht. "Und so entsteht Algenblüte", erklärte der Amtsleiter.

Und damit wiederum ein Teufelskreis: Algen blühen, sterben ab, sammeln sich am ...