MLP Studentenwohnreport

Heidelberg auf Rang 10 der teuersten Studienorte

Studierende leiden besonders unter der Inflation. Viele bleiben bei den Eltern wohnen. Auch, weil die Mieten bundesweit anziehen - in Heidelberg sogar um fast 12 Prozent.

21.09.2022 UPDATE: 21.09.2022 19:54 Uhr 2 Minuten, 57 Sekunden

Wohnheime des Studentenwerks Heidelberg im Neuenheimer Feld. Archiv-Foto: Hentschel

Von Matthias Kros

Wiesloch. Nach einer kurzen Verschnaufpause aufgrund der Corona-Pandemie steigen die Mieten für Studentenwohnungen wieder – und zwar auf breiter Front und deutlich schneller als zuvor. Die durchschnittlichen Mieten, bereinigt um Qualitäten und Lagen ("Studentenwohnpreisindex"), legten 2022 um 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, wie aus dem am Mittwoch in Wiesloch vorgestellten Studentenwohnreport des Finanzdienstleisters MLP und dem Institut der deutschen Wirtschaft hervorgeht. Die Preise haben demnach in allen 38 untersuchten Hochschulstädten angezogen – in acht davon sogar zweistellig. Spitzenreiter ist Berlin, wo die Mieten für typische Studentenwohnungen um 18,5 Prozent stiegen. Auch in Heidelberg müssen Studierende aktuell deutlich tiefer in die Tasche greifen als im vergangenen Jahr: Hier ging es 2022 um 11,7 Prozent nach oben. In Mannheim stiegen die Mieten dagegen mit 5,7 Prozent leicht unterdurchschnittlich. In Deutschland gibt es derzeit rund drei Millionen Studierende.

Die Mietentwicklung auf Jahresbasis. Quelle: MLP Studentenwohnreport 2022, Grafik: RNZ-Repro

"Durch den enormen Anstieg der Energiepreise verschiebt sich die Nachfrage in Richtung kleinerer und günstigerer Wohnungen", erklärte Professor Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft, bei einer Pressekonferenz die Entwicklung. Zudem suchten viele Menschen, die bislang Eigentumswohnungen erwerben wollten, wegen starker Zinsanstiege nun verstärkt nach Mietwohnungen. "Dies hat zur Folge, dass sich die Konkurrenz im Markt für studentisches Wohnen weiter verschärft – mit entsprechenden Folgen für die Mietkosten und das Angebot", so Voigtländer.

Bundesweit teuerster Studienort bleibt der Untersuchung zufolge München, wo Studierende für eine 30 Quadratmeter große Musterwohnung mit normaler Ausstattung in Hochschulnähe 787 Euro Warmmiete pro Monat zahlen müssen. Es folgt Stuttgart, das den Rückstand zu München wettgemacht hat und mit 786 Euro fast gleichauf liegt, den dritten Platz belegt die Bundeshauptstadt. "Berlin hat enorm aufgeholt", stellt Voigtländer fest. In Heidelberg sind aktuell 572 Euro Monatsmiete fällig, deutlich günstiger kommen Studierende in Mannheim weg, wo die 30 Quadratmeter große Musterwohnung den Angaben zufolge 476 Euro kostet. Am günstigsten lebt es sich im Osten: In Chemnitz kostet die Studentenbude 224 Euro Miete, in Magdeburg 303 Euro und in Leipzig 383 Euro. "Es lohnt sich durchaus, dieses Preisgefälle bei der Wahl des Studienortes zu berücksichtigen", empfiehlt Voigtländer.

Hypothetische monatliche Mietkosten in der Übersicht. Heidelberg ist auf Platz 10. Quelle: MLP Studentenwohnreport 2022, Grafik: RNZ-Repro.

Noch schneller steigen die Mieten in den bei Studierenden besonders beliebten Wohngemeinschaften. Die Preise für ein 20 ...

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