Heidelberg

300 junge Leute demonstrieren vor OB-Wahl

Das breite Bündnis "Heidelberg für alle" fordert mehr Anstrengungen gegen Klimakrise, Rassismus und Wohnungsnot.

19.11.2022 UPDATE: 18.11.2022 20:00 Uhr 2 Minuten
Der Demonstrationszug zog am frühen Freitagabend von der Neckarwiese in Richtung Altstadt und Rathaus – dieses Foto ist auf der Neuenheimer Landstraße entstanden. „Die Krisen an der Wurzel packen“, steht auf dem großen Banner der Demonstranten. Foto: Philipp Rothe

Von Jonas Labrenz

Heidelberg. Rund 300 überwiegend junge Menschen haben am Freitag in Heidelberg demonstriert, um vor der OB-Wahl dem künftigen Stadtoberhaupt ihre Forderungen klarzumachen. Bei dem Demonstrationszug, der von der Neckarwiese über die Alte Brücke, am Rathaus vorbei durch die Hauptstraße zur Schwanenteich-Anlage in Bergheim führte, ging es um die Klimakrise, um Rassismus, aber auch um viele andere Themen.

Aufgerufen dazu hatte das Bündnis "Heidelberg für alle", das sich aus der Seebrücke, dem Soli Camp, Migration Hub, "Erinnern-Verändern", dem Asylarbeitskreis und "Fridays for Future Heidelberg" zusammensetzt und von vielen weiteren Organisationen unterstützt wird.

"Lippenbekenntnisse und schöne Versprechungen" habe es bisher gegeben, "aber es ist nichts passiert", kritisierte Marla Werner von "Fridays for Future" (FFF) die bisherige Politik in ihrer Rede auf der Neckarwiese. Es habe bereits drei Jahrhundertfluten gegeben, Überschwemmungen in manchen Teilen der Erde, Hungersnöte durch Dürre in anderen.

Ihre Mitstreiterin Nele Volmer machte auf die lange Amtszeit eines Oberbürgermeisters aufmerksam: acht Jahre, das sei eine "verdammt lange Zeit". Bis 2030 müsse die Stadt klimaneutral sein. Heidelberg habe als reiche Stadt in einem reichen Land internationale Verantwortung für die Klimakrise.

Bereits auf der Neckarwiese, wo sich die ersten Demonstranten ab 16 Uhr versammelten, ging es im Beitrag der Seebrücke auch um Rassismus – und die Gruppe "Catcalls of Heidelberg" sprach über das teilweise mangelnde Sicherheitsgefühl von Frauen in der Stadt.

Als der Zug sich eine knappe Stunde später in Bewegung setzte – an der Spitze das Banner "Krisen an der Wurzel packen" – skandierten die Demonstranten viele von FFF-Demos bekannte und seit dem Ukraine-Krieg umgedichtete Sprüche wie "Kein Gas, kein Staat, kein Patriarchat". Auf Schildern stand "People not profit", zu Deutsch: "Menschen statt Profit" oder "Keine Autos, keine Probleme". Einige Demonstranten klebten Aufkleber mit der Aufschrift "Würzner stürzen" und "Wechsel im Rathaus" an Laternenpfähle.

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