Verkehrssicherheit

Was Autofahrer beim Bremsweg beachten sollten

Das schöne Wetter lockt, etwa an den Badesee. Ab 15 Jahren können Jugendliche mit dem Motorroller dorthin fahren, und einen Freund mitnehmen. Worauf sie dabei achten sollten - Tipps von Profis.

13.05.2024 UPDATE: 13.05.2024 08:16 Uhr 1 Minute, 23 Sekunden
Voll in die Eisen: Hoffentlich steht der Wagen rechtzeitig! Foto: Robert Michael/dpa​

Gute Bremsen sind die eine Sache - damit ein Auto rechtzeitig zum Stehen kommt, braucht es aber auch Aufmerksamkeit und schnelle Reaktion. Faustformeln helfen da eher wenig.

Fährt ein modernes Auto Tempo 100, kommt es nach etwa 35 Metern zum Stillstand - soweit die Theorie. Autofahrer sollten sich in der Praxis auf diese Faustformel nicht verlassen, rät der Tüv Süd - und erklärt auch, warum.

Wie lang der Bremsweg ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab - und dabei sollte man den Faktor Mensch nicht unterschätzen. Denn welche Strecke ein Auto tatsächlich braucht, bis es zum Stehen kommt, hängt wesentlich von der Reaktionsfähigkeit der Person am Steuer ab. Worauf kommt es noch an?

Mehr als man denkt: Bremsweg ist nicht gleich Anhalteweg

Wer sicher Autofahren will, sollte die Reaktionszeit deshalb beim Bremsweg einberechnen. Diese liegt grundsätzlich bei etwa einer Sekunde. Bremsweg plus Reaktionszeit addieren sich zum Anhalteweg. 

Bei Tempo 50 ergibt sich laut Tüv Süd etwa ein Anhalteweg vom 40 Metern. Die Kalkulation stimmt aber nur bei idealen Bedingungen. Ist der Fahrer kurzzeitig unaufmerksam, kann sich der Anhalteweg deutlich verlängern.

Auch äußere Faktoren wie nasses Laub, Schnee oder Eis, aber auch Regen können den Bremsweg verlängern. Reifen mit zu wenig Profil oder nicht optimal funktionierende Stoßdämpfer lassen Autos ebenfalls später zum Stehen kommen.

So berechnet sich der Anhalteweg

Und wie kommt der Tüv nun auf 40 Meter Anhalteweg bei einem Tempo von 50 Kilometern pro Stunde? Das ergibt sich aus der Summe aus Reaktionsweg und Bremsweg. 

Der Reaktionsweg wird so ausgerechnet: (Geschwindigkeit geteilt durch 10) mal 3. In dem Fall also 50 durch 10, das ergibt 5. Und 5 wird mit 3 multipliziert: Der Reaktionsweg beträgt bei 50 km/h also 15 Meter vom Bemerken der Gefahr bis zum Auslösen des Bremsvorgangs.

Der Bremsweg wird so ermittelt: (Geschwindigkeit durch 10) mal (Geschwindigkeit durch 10), in dem Fall also (50 durch 10) mal (50 durch 10). Rechnet man die Klammern aus, ergibt das 5 mal 5: Der Bremsweg beträgt bei 50 km/h also 25 Meter.

Nun addiert man noch Reaktionsweg und Bremsweg, also 15 plus 25, und landet bei 40 Metern. Aus den oben skizzierten Gründen ist das aber eben nur ein grober Richtwert. Es kann auch länger dauern, bis das Auto steht. Deswegen auch wichtig: genug Sicherheitsabstand zum Auto voraus.