1899 Hoffenheim gelingt der Befreiungsschlag

Nach dem 2:1 in Hannover brechen bei "Hoffe" alle Dämme - Firmino wird definitiv gehen, Volland soll gehalten werden

26.04.2015 UPDATE: 27.04.2015 06:00 Uhr 2 Minuten, 40 Sekunden

Die Entscheidung: Hoffenheims Sven Schipplock köpft zum 2:1 ein, 96-Keeper Ron-Robert Zieler ist chancenlos. Foto: APF

Nach dem 2:1 in Hannover brechen bei "Hoffe" alle Dämme - Firmino wird definitiv gehen, Volland soll gehalten werden

Von Joachim Klaehn

Hannover. Markus Gisdol ballte nach der Nervenschlacht mehrfach beide Fäuste, wollte jemanden aus seinem Tross umarmen - und fand zunächst keinen. Die Schluss-Szene glich einem Vulkanausbruch, bei der Urkräfte frei wurden. Nach fünf Bundesliga-Spielen ohne Sieg - darunter drei Niederlagen in Serie - gelang "Hoffe" durch ein 2:1 (1:1) bei Hannover 96 der gewünschte Befreiungsschlag, der deutlich machte, wie schwer die jüngste Ergebniskrise auf den TSG-Schultern lastete. "Jeder hat gesehen, dass das kein schönes Spiel war", sagte Sven Schipplock gefühlt zehn Mal in der Mixed Zone. "Schippos" Treffer (83.) bedeutete den Knockout für die Rothemden, wieder mal stach der 1899-Joker. Zuvor hatten Modeste (2.) sowie 96-Kapitän Lars Stindl (24./Foulelfmeter) den Ball in den Maschen untergebracht.

Die Gefühlslage hätte nach 94 kampfbetonten Minuten nicht unterschiedlicher ausfallen können. Hannover wurde bis ins Mark erschüttert und steckt nunmehr "mitten drin" (Stindl) im Abstiegsschlamassel, während sich der Kraichgauklub im "Schneckenrennen" um Europa zurückgemeldet hat und sich ausgelassen wie selten in den Feier-Abend verabschiedete. "Wir sind super zufrieden", sagte Gisdol bei der Pressekonferenz, "heute waren wir sehr effektiv und konzentriert. Endlich, endlich haben wir wieder drei Punkte geholt."

Dazu bedurfte es allerdings vor 46 200 Besuchern am Stadion neben dem idyllischen Maschsee Einiges an Glück und Geschick. 96-Torhüter Ron-Robert Zieler war schon nach 61 Sekunden außer sich, nachdem Firmino Modeste bedient hatte. "Klares Abseits, das darf einfach nicht passieren", wetterte Zieler gegen Schiedsrichter Günter Perl und Linienrichter Thomas Stein, die die Situation falsch bewerteten. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich ein hitziges Gefecht, mit Mittelfeldgeplänkel, rustikal geführten Zweikämpfen und zahlreichen Nickligkeiten. Oliver Baumann prallte mit Salif Sané (70.) an der Strafraumgrenze heftig zusammen. Hannover forderte Elfmeter - zu Unrecht. "Ich komme als Erster an den Ball, Sané springt mit dem Knie in mich rein und schlägt mir der Hand ins Gesicht", schilderte Baumann einen weiteren Aufreger. Nach dem Abpfiff entlud Marcelo seinen Frust gegen Schipplock. Der TSG-Stürmer wollte aber das Gerangel nicht zu hoch hängen: "Er wollte mich wegschubsen und trifft mich am Hals. Nix Schlimmes." Marcelo meinte, er habe Schipplock nur gesagt, "sich nicht wie ein Schauspieler zu verhalten."

Wie dem auch sei, es gab reichlich Diskussionsstoff. Zum Beispiel, warum Neu-Trainer Michael Frontzeck mit dem ...

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