SV Sandhausen

SVS zeigt sich im Waldstreit gesprächsbereit

Fußballzweitligist schlägt runden Tisch mit allen Beteiligten vor

11.10.2019 UPDATE: 12.10.2019 06:00 Uhr 1 Minute, 22 Sekunden

"Waldschutzgebiet für Mensch und Natur" heißt es auf dem Schild zur Schwetzinger Hardt. Ob die Waldfläche bald um 2,5 Hektar kleiner wird, steht noch nicht fest. Foto: Hebbelmann

Sandhausen. (aham) Können die Bäume auf rund 2,5 Hektar Wald im Schutzgebiet Schwetzinger Hardt doch noch gerettet werden? In den Streit um die geplante Rodung für die Erweiterung des SV Sandhausen (SVS) ist Bewegung gekommen. Der Fußballzweitligist zeigt sich in einer jetzt veröffentlichten Pressemitteilung gesprächsbereit: "Aus Vereinssicht macht es keinen Sinn, an der derzeit angedachten Realisierung mit aller Macht festzuhalten." Ein runder Tisch soll eine "einvernehmliche Lösung" für alle bringen.

Derzeit läuft ein Bebauungsplanverfahren, das dem SVS den Bau von zwei neuen Trainingsplätzen und 140 Parkplätzen ermöglichen soll. Dazu müssen allerdings die genannten 2,5 Hektar Wald gerodet werden. Die Bürgerinitiative "Pro Waldschutz" machte gegen diese Pläne mobil und überreichte in der jüngsten Gemeinderatssitzung rund 1700 Unterschriften von Sandhäusern.

"Unser Dorf ist gespalten", sagt Bürgermeister Georg Kletti. Daher ist er auf den Vorschlag des SVS eingegangen, einen runden Tisch einzuberufen. "Ich habe mit einem ähnlichen Gedanken gespielt", so der Rathauschef. An diesem Tisch sollen Vertreter des Gemeinderats, der Verwaltung, der Bürgerinitiative, des SVS, dessen "Nachbar", der Tennisclub, sowie des FC Sandhausens Platz nehmen. Gegenüber Kletti hätten alle signalisiert, dass sie dazu bereit seien. "Wichtig ist, dass ein Dialog stattfindet - und zwar ohne Bedingungen", betont der Bürgermeister. Wenn es nach ihm ginge, würde das Bebauungsplanverfahren in dieser Zeit ruhen. Angesichts der hoch emotionalen Debatte in der Gemeinde wäre es falsch, einfach weiterzumachen. "Aber darüber muss ich erst mit dem Gemeinderat reden", so Kletti.

SVS-Präsident Jürgen Machmeier sagt: "Wir nehmen die Bedenken der Bürger und aller Beteiligten ernst und möchten eine einvernehmliche Lösung finden." Der SVS habe einige neue Vorschläge erarbeitet und wolle diese mit den Beteiligten diskutieren und gegebenenfalls auch abändern. Wie diese neuen Lösungen aussehen, wollte der Verein auf RNZ-Nachfrage nicht verraten. Nur: Am Bau von zwei neuen Plätzen und weiteren Stellplätzen halte man generell fest.

Ort des Geschehens

Dass erst jetzt, vier Monate nach Gründung der Bürgerinitiative, Bewegung in die Sache kommt, begründet der Verein so: "Wir haben in den letzten Gemeinderatssitzungen gemerkt, dass sich auch einige Entscheidungsträger mit ihrer Entscheidung nicht mehr wohlfühlen." Dem wolle man entgegenkommen und mit dem Projekt nicht die Gemeinde spalten.

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