"Benjamin muss befreit werden"

Internetseite von Tierschützern mit makaberem Titel - Im Netz tobt ein Kampf um Deutungshoheit

15.06.2015 UPDATE: 16.06.2015 06:00 Uhr 1 Minute, 11 Sekunden

Internetseite von Tierschützern mit makaberem Titel - Im Netz tobt ein Kampf um Deutungshoheit

Buchen. (rüb) Im weltweiten Netz kochen die Gemüter seit Tagen hoch. Während die Tierrechtler von Peta dem Zirkus die Schuld geben (wir berichteten), gibt es auch andere Stimmen. Silvio Harnos, ein in Indonesien lebender deutscher Unternehmer, betreibt seit 2013 die Webseite www.gerati.de ("Gegen radikalen Tierschutz"). Im Gespräch mit der RNZ sagte er gestern, dass es viele Hinweise gebe, dass die tödliche Attacke von Buchen aus einer Befreiungsaktion radikaler Tierschützer resultiere.

Für ihn ist entscheidende Frage, weshalb das Tier derart in Rage geriet. Hätten die Zirkusmitarbeiter schlicht vergessen, das Zelt des Elefanten zu schließen, dann wäre es einfach drauflosspaziert: "Der Elefant war an Menschen gewöhnt - warum sollte er ohne ersichtlichen Grund den Mann angreifen?", fragt Silvio Harnos.

Er geht davon aus, dass der Elefant von Tierrechtlern befreit und dabei so erschreckt wurde, dass er aufgebracht davongerannt sei. "Dann hätten sich diese Tierrechtler der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht", sagt Harnos und weist darauf hin, dass Aktivisten sich schon mehrfach unbefugt Zutritt zum Gehege von "Baby" (auch bekannt als "Benjamin") verschafft hätten und dies auch mit Videos dokumentiert hätten. Diese Videos wurden von Peta im Internet veröffentlicht.

Ebenfalls im Internet findet sich ein Aufruf mit einem aus heutiger Sicht makaberen Titel: "Elefantendame ,Benjamin’ muss befreit werden." Dahinter steht zwar der Hinweis auf eine Online-Petition von Peta und kein Aufruf zu einer kriminellen Befreiungsaktion. Ob sich dennoch ein Tierrechtsaktivist zu einer solchen Tat hat verleiten lassen? Zum jetzigen Zeitpunkt ist alles Spekulation.

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Unterdessen tauchen im Internet Videos auf, die angeblich zeigen, wie der Elefant nach der Attacke von der Polizei zurück zum Zirkus geführt wird. Doch bereits beim ersten Blick wird klar, dass es sich nicht um authentische Aufnahmen handelt: Das Video wurde nicht in Buchen gedreht. Wenn doch alle Fragen so einfach zu beantworten wären...

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