Triptis/Mannheim

Bahn der RNV nach Böschungs-Sturz wohl Schrott (Update)

Die Straßenbahn sollte nach der Sanierung in Halberstadt zurückgebracht werden und rutschte vom Transporter.

23.11.2022 UPDATE: 23.11.2022 19:49 Uhr 2 Minuten, 1 Sekunde
Die Bahn war auf einem Schwertransporter geladen. Foto: Schackow

Triptis/Mannheim. (cab) Auf der A 9 bei Triptis, einer Kleinstadt im thüringischen Saale-Orla-Kreis, ist in der Nacht zum Dienstag ein Schwerlasttransporter verunglückt. Der Lastwagen hatte eine 42 Meter lange Straßenbahn geladen – einen Zug der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV). Diese wurde so schwer zerstört, dass das Nahverkehrsunternehmen von einem kompletten Verlust ausgeht: "Wir sind skeptisch, ob da noch was zu retten ist", so ein RNV-Sprecher auf RNZ-Anfrage. "Vermutlich können wir den Zug nur noch ausschlachten." Der Unfall trifft die RNV laut des Sprechers zur "Unzeit": "Wir brauchen gerade jetzt jedes Fahrzeug". Viele Züge stehen schon länger in den Werkstätten, weil schwer an Ersatzteile heranzukommen ist.

Der Zug vom Hersteller Bombardier Transportation, Baujahr 2006, war in Halberstadt zu einer geplanten Instandsetzung gewesen und sollte jetzt nach Mannheim zurückgebracht werden. Doch der Fahrer verlor auf der Autobahn in Fahrtrichtung München die Kontrolle über den Schwerlasttransport.

Dieser durchschlug die rechte Leitplanke und rutschte samt seiner Ladung eine zehn Meter tiefe Böschung hinab. Dabei kippte die Bahn von dem Auflieger und blieb auf der Seite liegen. Der 53 Jahre alte Fahrer wurde bei dem Unfall verletzt. Die Autobahnpolizei Thüringen gab den Sachschaden mit rund 2,5 Millionen Euro an – davon laut des RNV-Sprechers alleine 1,5 Millionen Euro für die Vario-Straßenbahn, die vor allem auf der Ringlinie 5 eingesetzt wurde. Deren Bergung gestaltete sich aufgrund der Maße und Gewichte (alleine die Bahn wog rund 50 Tonnen) schwierig und musste aufwändig geplant werden.

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Eine Spezialfirma teilte den Zug schließlich in fünf Segmente. Ein Bergungsunternehmen richtete die einzelnen Waggons danach auf und hob sie mit einem Kran aus der Böschung. Auf diese Weise wurden auch der Lastwagen und sein Auflieger geborgen. Für den Abtransport der Zug-Teile standen fünf Tieflader bereit. Zur Absicherung der Bergung wurde überdies der angrenzende Autobahnparkplatz "Rodaborn" voll gesperrt, zudem waren die zwei rechten Fahrspuren der Autobahn nicht befahrbar. Nur links ging es noch an der Unfallstelle vorbei und das auch lediglich für Fahrzeuge mit einer Breite von unter 3,5 Metern. Letztlich war die Bergung am frühen Dienstagmorgen gegen 4.30 Uhr schon abgeschlossen – "dank des professionellen und engagierten Handelns aller Beteiligten", wie die Polizei in Thüringen berichtete. Und letztlich waren auch die Verkehrsbeeinträchtigungen nicht so groß wie befürchtet. Am Dienstag musste nur der rechte Fahrstreifen noch bis zum Nachmittag gesperrt bleiben, weil die Leitplanke instand gesetzt wurde. Auch der Parkplatz war noch gesperrt, um von hier aus die ...

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