Heidelberg

Der Verein "Frauennotruf" macht auf sich aufmerksam

Zur Aktion am "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" am 25. November beteiligen sich 30 Geschäfte.

25.11.2022 UPDATE: 25.11.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 39 Sekunden
Carolin Glade-Beucke vom Verein „Frauennotruf“ zeigt die Taschen, die nun unters Volk kommen. 27 Heidelberger Geschäfte unterstützen die Aktion, indem sie ihre Waren darin verpacken. Foto: Friederike Hentschel

Von Maria Stumpf

Heidelberg. Eine Tasche als Visitenkarte: Alljährlich lenkt der internationale Gedenktag mit unterschiedlichen Aktionen das öffentliche Interesse auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen. In diesem Jahr verteilt der Verein "Frauennotruf" aus der Bergheimer Straße mit Unterstützung zahlreicher Läden und Apotheken wieder besondere Einkaufstaschen. Gleichzeitig will man die beiden Heidelberger Projekte "Nachtsam", eine Kampagne für mehr Sicherheit im Nachtleben, und "Luisa ist hier", eine Kampagne gegen sexuelle Belästigung, bekannter machen.

Beratung, Begleitung und Präventionsarbeit für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren stehen im Mittelpunkt der Vereinsarbeit. Der Verein existiert seit 1978 und wird von der Stadt, dem Rhein-Neckar-Kreis und durch Spenden finanziert. Drei hauptamtliche Mitarbeiterinnen kümmern sich, unterstützt werden sie laut Vereinssprecherin Carolin Glade-Beucke von rund 50 Ehrenamtlichen.

"Wir sind parteiisch. Wir glauben zuerst, was die Frauen uns erzählen. Wir haben zu oft die Erfahrung gemacht, dass man Männern nicht glauben kann", sagt sie. Im vergangenen Jahr habe es rund 330 Beratungen mit weiteren Treffen gegeben, insgesamt hätten 4380 Kontakte mit Hilfesuchenden stattgefunden. "Pandemiebedingt waren wir auch viel nur am Telefon." Oft gehe es um sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz oder im Nachtleben, auch um sexuelle Übergriffe an Schulen. Die Beratungen seien immer anonym und kostenlos. "Auch wenn sich Frauen nicht sicher sind, ob das Erlebte ein Übergriff war oder nicht – wir helfen und begleiten, egal ob es zu einer Anzeige kommt oder nicht." Das entscheide allein die Betroffene.

Die Mitarbeiterinnen machen auch Präventionsarbeit an Schulen und erklären zum Beispiel, wo sexualisierte Gewalt von Jungen gegenüber Mädchen anfängt oder persönliche Grenzen überschritten werden. Es sei nun mal kein Spiel, wenn Jungen Mädchen "zufällig" an der Brust berührten oder zwischen die Beine griffen. Andere Kolleginnen schulen unter dem Projektnamen "Nachtsam" und "Luisa ist hier" das Personal von Bars, Kneipen, Restaurants, Konzerthallen oder auch Geschäften. Die Frage "Ist Luisa hier?" an das Personal gilt als Code und soll Frauen helfen, diskret Unterstützung holen zu können. "Klare Handlungsabläufe ...

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