Heidelberg

Bunte Neugasse ist neues Touristen-Pflichtmotiv

Die Lampions sollen so lange wie möglich hängen bleiben und werden wohl erst im Winter abgehängt. Die Wirtschaftsförderung ist selbst überrascht vom Erfolg der Maßnahme.

10.08.2022 UPDATE: 10.08.2022 06:00 Uhr 1 Minute, 39 Sekunden
Die Neugasse mit den bunten Lampions und der Kirche St. Anna im Hintergrund ist seit dem Sommer ein beliebtes Fotomotiv bei Heidelbergern und Touristen. Foto: Rothe

Von Denis Schnur

Heidelberg. Schloss, Alte Brücke, Marktplatz: Wer Heidelberg als Tourist besucht, verlässt die Stadt selten, ohne diese drei Sehenswürdigkeiten fotografiert zu haben. Doch in diesem Sommer scheint noch ein viertes Pflichtmotiv dazugekommen zu sein – zumindest drängt sich dieser Eindruck auf, wenn man in der vorderen Altstadt unterwegs ist. Seit viele bunte Lampions die Neugasse schmücken, stehen an der Ecke zur Hauptstraße fast immer Menschen mit Kamera oder Smartphone, um die Straße, in der sich auch der RNZ-Hauptsitz befindet, abzulichten.

Der Schmuck für die Gasse ist eine der Maßnahmen, mit der das Amt für Wirtschaftsförderung Leben in die Seitenstraßen der Altstadt bringen möchte. Davon sollen dann auch die ansässigen Einzelhändler profitieren. In der Neugasse kam zudem ein kleines Fest am 4. Juni hinzu. Zwei Straßen weiter, in der Märzgasse, prangt seit wenigen Tagen ein riesiges Wandgemälde, mit dem die Passanten aus der Hauptstraße in die weniger prominenten Ecken der Altstadt gelockt werden sollen.

Eigentlich hätten die bunten Lampions nur einige Wochen in der Neugasse hängen sollen – als flankierende Maßnahme für das Fest und als eine Art "Versuchsballon", um zu schauen, wie sie ankommen. Doch im Rathaus ist man vom Erfolg der Aktion selbst überrascht und hat sie nun auf unbestimmte Zeit verlängert: "Wir haben ebenfalls die außerordentliche Wirkung festgestellt und sehen auch, dass viele Passanten die Lampions als Fotomotiv entdeckt haben. Wir haben nun vereinbart, die Lampions so lange wie möglich hängen zu lassen", erklärt ein Stadtsprecher auf RNZ-Anfrage. Das heißt in diesem Fall: entweder bis zum Ende des Jahres, wenn die Weihnachtsbeleuchtung angebracht wird. Oder bis die Papierlampions durch Wind und Wetter ausbleichen und nicht mehr schön aussehen.

Doch auch wenn die bunten Kugeln in den nächsten Monaten abmontiert werden, wird das vermutlich nur für kurze Zeit sein: "Nun, da wir die positive Wirkung kennen, ist es durchaus möglich, dass die Aktion nächstes Jahr so oder so ähnlich wiederholt wird", verspricht der Rathaussprecher. Schließlich war die Maßnahme mit Kosten von 1500 Euro für Material und Montag nicht teuer.

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Und auch andere Altstadt-Gassen sowie die Zentren der anderen Stadtteile könnten in den Genuss ähnlicher Maßnahmen kommen. Denn die Wirtschaftsförderung will auch weiterhin mehr Aufmerksamkeit auf die eher unbekannten Einkaufsstraßen lenken. Im Herbst soll es dazu etwa ein weiteres Seitengassenfest in der östlichen Altstadt geben. Dabei will man sich jedoch stets nach den Begebenheiten vor Ort richten: "Ob sich am Ende mehrere Seitengassen mit Lampions schmücken lassen und ob das für alle Seitengassen eine geeignete Maßnahme ist, müssen wir noch klären."

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