Boxberg/Emmertsgrund

Heidelberger Bergbewohner noch skeptisch bei Notfall-Busfahrplan

Steht das Datum für den neuen Fahrplan fest oder ist es nur eine grobe Planung? Der Bezirksbeirat Boxberg forderte Klarheit.

13.02.2024 UPDATE: 13.02.2024 06:00 Uhr 1 Minute, 30 Sekunden

Symbolfoto: Kresin

Von Markus Wiedemann

Heidelberg. Der Stabilisierungsfahrplan der RNV bleibt ein Thema, das vorwiegend die Bewohner der Bergstadtteile belastet. Ein Unternehmenssprecher erläuterte nochmals in einer Bezirksbeiratssitzung auf dem Boxberg das weitere Vorgehen.

Wie bereits berichtet, wird der neue Busnetzplan am 7. April, zum Ende der Osterferien, eingeführt. Damit sollen die Stabilisierungsmaßnahmen enden. Ferner wurden Anfang Januar Anpassungen des Plans vorgenommen. Weitere Anpassungen folgen am 19. Februar.

Trotzdem blieben bei den Bergbewohnern Fragen offen. Ulrike Jessberger, die für die Grünen im Bezirksbeirat sitzt, fragte, ob das Datum für den neuen Fahrplan feststehe oder ob es sich nur um eine grobe Planung handle. Eine Sprecherin der Stadt versicherte, dass der Gemeinderat das neue Netz beschlossen habe, es in Arbeit sei und nach den Osterferien sicher eingeführt werde.

Nun müsse nur noch geklärt werden, wie die Bürger über die Änderung informiert werden. Unter anderem werden Marktstände eingerichtet, an denen Mitarbeiter des Verkehrsbetriebs die Bürger aufklären. Zusätzlich druckt die RNV Hefte, die sie in der Stadt auslegt.

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Ein Unternehmenssprecher versicherte auch, dass die Aushängefahrpläne an den Haltestellen dieses Mal rechtzeitig angepasst würden. Dass dies bei der Einführung des Stabilisierungsfahrplans nicht geschehen sei, sei ein Versäumnis.

Die Bergbewohner zeigten sich dennoch misstrauisch. Bezirksbeirat Florian Lamade (Linke) zeigte Verständnis für die Notwendigkeit eines Notfallfahrplans, bemängelte aber die starke Betroffenheit der Bergstadtteile. "Dabei wird der soziale Aspekt einfach nicht beachtet", kritisierte er.

In den Bergstadtteilen lebten viele ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen, deren Alltag der Stabilisierungsfahrplan erschwere. Dieser Aussage stimmte auch eine junge Frau zu, die als Zuhörerin an der Sitzung teilnahm. Sie sprach im Namen einer Wohngemeinschaft, die sich dadurch auf dem Boxberg noch weiter vom Stadtleben abgeschnitten fühle.

Sie verstehe nicht, warum man gerade den Boxberg weiter einschränke, wenn man in der Stadt, in der die Menschen ohnehin mobiler seien, auch Personal einsparen könne.

Bezirksbeirat Ralf Kelle (Grüne), der auch Kinderbeauftragter für den Boxberg und Mitglied des Fahrgastbeirats ist, äußerte sich diplomatisch: "Ich begrüße es ausdrücklich, dass es Verbesserungen gibt, auch wenn es kleine Schritte sind." Er habe diese Probleme bereits mit dem Fahrgastbeirat bei der RNV angesprochen; daraufhin habe man Anpassungen vorgenommen.

Das Ziel sei jetzt, bis zum neuen Busnetz weitere Anpassungen umzusetzen. Zum Schluss appellierte er an die RNV: "Hoffentlich stehen wir am Ende des Jahres nicht wieder vor den gleichen Problemen." Man könne dies jetzt absehen und entsprechend planen.

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