Das "Grüne Band"

1400 Kilometer Vegetation

Es ist der einzige bestehende Biotopverbund in Deutschland. Und der lange Grünstreifen an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze könnte es zum Welterbe bringen.

10.06.2024 UPDATE: 10.06.2024 13:46 Uhr 53 Sekunden
Das «Grüne Band» verläuft auch durch den Frankenwald im Norden Bayerns. Foto: dpa

Frankfurt (Main)/Berlin (dpa) - Das "Grüne Band" ist laut der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) eine Vegetationszone entlang der einstigen deutsch-deutschen Grenze und zieht sich über fast 1400 Kilometer von der Ostseeküste bis ins Vogtland an der Grenze zu Tschechien.

Liana Geidezis, Leiterin des Fachbereiches "Grünes Band" beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), sagt: "Es ist der einzige bestehende Biotopverbund in Deutschland und zudem eine einzigartige Erinnerungslandschaft und ein Symbol für die Wiedervereinigung Deutschlands und Europas." Durch die lange Zeit als Todesstreifen konnten sich auf Ost- und Westseite seltene Biotope entwickeln, erläutert die 58-jährige Biologin.

Das "Grüne Band" durchzieht viele dünn besiedelte Gegenden und 17 Naturlandschaften mit Rückzugsgebieten für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. "Diese Einsamkeit hätte ich in Deutschland gar nicht erwartet", lautet ein Fazit des Wander-Journalisten Thorsten Hoyer. Besonders beeindruckte ihn die tagelange Begleitung durch Bussardrufe in der Coburg-Rennsteig-Region.

Auf dem Weg zum Weltnatur- und -kulturerbe

Teils direkt und teils als Anrainer sind neun Bundesländer ins "Grüne Band" involviert, die Eigentumsverhältnisse allerdings sehr komplex. Im Sinne des Naturerhalts bemüht sich der BUND mit Spendengeldern um den Ankauf von Flächen und fordert einen Rückgang der intensiven Landwirtschaft.

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Zukunftsmusik ist eine Ausweisung als Weltnatur- und Weltkulturerbe der Unesco. Laut Geidezis sind die ersten Schritte der Vorstufe schon geschafft, doch bis zum grünen Licht für das "Grüne Band" könnten mindestens zehn Jahre ins Land ziehen.