Baden-Württemberg

Illegale Hochzeitskorsos halten Polizei auf Trab (Update)

Mit dem Abflauen der Pandemie hat auch die Zahl problematischer Hochzeitskorsos im Land zugenommen.

23.11.2022 UPDATE: 23.11.2022 19:54 Uhr 2 Minuten
Symbolfoto: dpa

Von Nico Pointner

Stuttgart. Jubelschüsse in die Luft, Blockade des Verkehrs, Ignorieren von roten Ampeln: Mit dem Abflauen der Pandemie hat auch die Zahl problematischer Hochzeitskorsos im Land wieder zugenommen. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage des verkehrspolitischen Sprechers der AfD-Fraktion, Miguel Klauß, hervor. Demnach haben zwischen Mai und Oktober 46 Hochzeitskorsos im Südwesten die Polizei auf den Plan gerufen. Sie wurden meist von Beobachtern angezeigt oder fielen Streifenpolizisten direkt ins Auge, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Einer vorherigen Anfrage zufolge waren es 49 – allerdings für den mehr als doppelt so langen Zeitraum von März 2021 bis April 2022.

Zum Anstieg der Fallzahlen sei anzumerken, dass "pandemiebedingt im vorhergehenden Betrachtungszeitraum insgesamt weniger Hochzeiten stattfinden konnten", schreibt Staatssekretär Wilfried Klenk in dem Papier. Die Polizei erfasste mehrere Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, etwa Ruhestörung, Nötigung im Straßenverkehr und Verstöße gegen das Waffengesetz. Bei mehr als der Hälfte der Fälle stellten die Beamten eine türkische Nationalität der Teilnehmer fest, bei der anderen Hälfte blieb die Nationalität unbekannt. Mehrheitlich hätten die Teilnehmer dieser Korsos "sicherlich einen anderen kulturellen Hintergrund", sagte der Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums am Mittwoch.

Immer wieder kommt es nach Angaben des Ministeriums vor, dass Korsofahrer nicht nur hupen und ihr Warnblinklicht aktivieren, sondern über rote Ampeln und Stoppschilder rasen, mit Schreckschusswaffen aus dem Fenster schießen, durch langsames Fahren oder Blockaden den Verkehr ausbremsen und andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Erst vor wenigen Tagen stoppte die Karlsruher Polizei einen Hochzeitskorso auf der A5, weil mehrere Sportwagen den Verkehr wiederholt bis zum Stillstand heruntergebremst hatten. Den Fahrern drohten nun Ermittlungsverfahren wegen Nötigung und gefährlichen Eingriffen in den Straßenverkehr.

Dennoch gehe die Polizei stets verhältnismäßig vor, sagte der Sprecher. "Wenn beim Start von Standesamt oder Kirche mal gehupt wird, ist das in Ordnung." Das Hupen sollte aber aufs minimale Maß beschränkt sein. Auch Korsos nach Fußballspielen würden entsprechend kontrolliert. "Im Zweifel hält die Polizei Teilnehmer an."

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Den Beamten sind allerdings in den meisten Fällen trotz aller Appelle und Drohungen die Hände weitgehend gebunden. Wenn die Polizei informiert wird über Verstöße, ist das Treiben häufig schon wieder vorbei. Im Nachhinein sei es dann schwierig, die einzelnen Fahrzeuge mutmaßlichen Vergehen zuzuordnen und die Fahrer zu ...

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