Baden-Württemberg

Flüchtlinge erhalten wieder Unterricht in Staatsbürgerkunde

So sollen Flüchtlinge lernen, wie sie sich besser integrieren können.

03.08.2022 UPDATE: 03.08.2022 12:21 Uhr 43 Sekunden
Marion Gentges (CDU), Justizministerin von Baden-Württemberg. Foto: dpa

Tübingen. (dpa/lsw) Staatsaufbau, Gewaltenteilung und Grundrechte: Nach coronabedingter Zwangspause werden Flüchtlingen in Baden-Württemberg wieder Kurse zur Staatsbürgerkunde angeboten. Mit einer ersten Unterrichtseinheit in der Erstaufnahmeeinrichtung in Tübingen gab Justizministerin Marion Gentges (CDU) am Mittwoch den Startschuss für das überarbeitete Programm.

Für dieses ehrenamtliche, vom Landtag mit 100 000 Euro finanzierte Projekt haben sich 300 Richter und Staatsanwälte gemeldet, um die Kurse anzubieten. "Zusammenleben funktioniert nur mit gemeinsamen Regeln, und Regeln funktionieren nur mit einem Verständnis für das, was sie bewirken sollen", sagte Gentges.

Mit der Wiederaufnahme des Rechtsstaatsunterrichts reagiert das Ministerium auch auf die deutlich gestiegenen Zugangszahlen von Menschen, die Asyl begehren. Im Jahr 2021 wurden 15 470 von ihnen erfasst. Im ersten Halbjahr 2022 wurde laut dem Justizministerium der höchste Halbjahreszugang seit dem Jahr 2016 mit 8662 Asylbegehrenden verzeichnet.

Auch interessant
Baden-Württemberg: Bund ist bei Ukraine-Flüchtlingen in der Pflicht

Gentges befasste sich beim ersten Unterricht mit den Themen Gleichheitsgrundsatz und Schutz für Familie, Ehe und Kinder. Besonderes Augenmerk legt das überarbeitete Programm auf die Themen Antisemitismus und Rolle der Frau in Gesellschaft und Familie. "Jeder und jede soll leicht erkennen können, wo Freiheiten liegen und wo klare Grenzen gelten", sagte Gentges. Der Unterricht wird jeweils mit vier Einheiten zu je 45 Minuten abgehalten.

(bearbeitet)
(zur Freigabe)
Möchten sie diesen Kommentar wirklich löschen?
Möchten Sie diesen Kommentar wirklich melden?
Sie haben diesen Kommentar bereits gemeldet. Er wird von uns geprüft und gegebenenfalls gelöscht.
Kommentare
Das Kommentarfeld darf nicht leer sein!
Beim Speichern des Kommentares ist ein Fehler aufgetreten, bitte versuchen sie es später erneut.
Beim Speichern ihres Nickname ist ein Fehler aufgetreten. Versuchen Sie bitte sich aus- und wieder einzuloggen.
Um zu kommentieren benötigen Sie einen Nicknamen
Bitte beachten Sie unsere Netiquette
Zum Kommentieren dieses Artikels müssen Sie als RNZ+-Abonnent angemeldet sein.