Für diese erste von zwei geplanten Bürgerwerkstatt-Veranstaltungen werben Bürgermeister Peter Reichert und Eberbachs Klimaschutzmanagerinnen Janine Weiß und Alexa Kern.

Gestern stellten sie nach einer ersten Ankündigung Ende Oktober das Vorhaben gemeinsam mit den eingeladenen Partnern vom "Verein mehr Demokratie" und vom "Institut für Partizipatives Gestalten" (IPG) vor. Das sind ein bundesweit organisierter Verein, der sich für mehr Bürgerbeteiligung auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern engagiert sowie ein von ihm beauftragtes Unternehmen IPG, das sich mit der praktischen Umsetzung von Bürgerbeteiligungsprozessen beschäftigt.

So soll beispielsweise die Eberbacher Klimaschutz-Bürgerwerkstatt zusammen mit einem vergleichbaren Projekt in der bayerischen 3800-Einwohner-Gemeinde Diespeck Erfahrungen und Handlungsmuster liefern: wie können Bürger wirksam in der jetzt anstehenden Klimaschutzdiskussion an der Suche nach Lösungen beteiligt werden? Wie kann man sie mit entscheiden lassen?

"Wir brauchen für die Klimaneutralität bis 2035 eine große Bürgerbeteiligung. Das ist nicht einfach nur der Beschluss des Gemeinderats vom März gewesen, sondern wir brauchen die Privatleute und das Gewerbe in Eberbach dazu", erklärt Bürgermeister Peter Reichert. Er hofft, das möglichst viele Interessierte, idealerweise ein Querschnitt der Bevölkerung, zur Bürgerwerkstatt am 10./11. Dezember, kommen. Reichert würde es zudem freuen, "wenn da auch Leute kommen, die sagen, mir ist das Thema wichtig, aber ich habe da keine Erfahrung, aber ich möchte mich mit auf den Weg machen." Und auch Bürger, die den Klimaschutz kritisch beäugen, hätte Reichert gern mit dabei. Gerade der Diskurs untereinander könne "uns alle voranbringen".

Was genau gibt’s in der Bürgerwerkstatt? Klimaschutzmanagerin Janine Weiß erklärt: Die Termine sind am Freitag, 10. Dezember, von 17 bis 20 Uhr und am Samstag von 10 bis 16.30 Uhr. An beiden Tagen ist jeweils eine halbe Stunde zuvor "informelles Ankommen", danach folgen am Freitag Vorträge darüber, was bisher in Eberbach in Sachen Klimaschutz geschah und über den entstehenden "Meilensteinplan".

Es folgen Übersichten darauf, was auf nationaler und auf Landesebene zum Thema zu sagen ist und Auswirkungen auf Eberbach hat, und dann sollen sich die Teilnehmenden in Workshops darüber austauschen, welche Klimaschutzziele sie in Eberbach wie anstreben, wie sich das umsetzen lässt und wie man sie angeht.

Im Stadthallenfoyer erhalten Institutionen, Vereine und Gruppen die Möglichkeit, Klimaschutzaktivitäten auszustellen und über die Aktivitäten miteinander ins Gespräch zu kommen. Janine Weiß: "Wünschenswert wäre, dass sich über die Veranstaltung hinaus eine Selbstorganisation bildet."

Steffen Krenzer vom Verein "Mehr Demokratie" erläutert, dass es bei der Bürgerwerkstatt noch gar nicht in erster Linie um Details geht: "Es gibt immer mehr Internetportale, in denen man sich im Detail informieren kann".

Man dürfe nicht so sehr an die isolierte Einzelmaßnahme denken, "sondern es geht uns darum, dass Sie als Gemeinschaft zusammenkommen, sich zusammen setzen und gemeinsam eine Vision entwickeln". Deswegen kann wirklich jeder Eberbacher an der Bürgerwerkstatt teilnehmen, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Info: Der Pandemieumstände und der besseren Planung wegen (es gibt zur Bürgerwerkstatt auch Verpflegung) melden sich Interessenten bis 26. November an unter der 06271/87209 oder per E-Mail via klimaschutz@eberbach.de. Das Mitmachen bei der Bürgerwerkstatt Klimaschutz ist kostenlos.

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