Hintergrund Migration Fachkräftemangel

19.12.2023 UPDATE: 18.12.2023 06:00 Uhr 53 Sekunden

Weshalb wurde eine neues Fachkräfteinwanderungsgesetz beschlossen? Das Gesetz soll helfen, die Lücke auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu schließen.

Gab es so etwas nicht schon? Ja, seit März 2020 hat Deutschland ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Es war von der schwarz-roten Koalition beschlossen worden, um den Zuzug von qualifizierten Arbeitskräften aus Nicht-EU-Staaten zu erleichtern. Jetzt wurde es reformiert, weil vielerorts noch immer Personal fehlt. Dass das Gesetz nicht die gewünschte Wirkung entfalte, habe auch an der Corona-Pandemie gelegen, meint Pau Palop-García vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM). Außerdem sei der bürokratische Aufwand für Ausländer, die als Erwerbsmigranten nach Deutschland kommen wollen, immer noch hoch.

Was ändert sich nun? Neu ist die Einführung einer "Chancenkarte" auf Basis eines Punktesystems. Zu den Auswahlkriterien für arbeitswillige Einwanderer gehören Sprachkenntnisse, Berufserfahrung, Alter und Deutschlandbezug. Ausländische Fachkräfte müssen künftig ein Mindestgehalt von rund 43.800 Euro erreichen, statt wie zuletzt 58.400 Euro brutto jährlich. Asylbewerber, die vor dem 29. März 2023 eingereist sind und eine Qualifikation sowie ein Jobangebot haben, sollen – wenn sie ihren Asylantrag zurücknehmen – eine Aufenthaltserlaubnis als Fachkraft beantragen können. Wer als hochqualifizierte Fachkraft aus dem Nicht-EU-Ausland nach Deutschland kommt, soll künftig nicht nur den Ehepartner und die Kinder mitbringen dürfen, sondern auch Eltern und Schwiegereltern. Voraussetzung für den Familiennachzug ist aber, dass der Lebensunterhalt für die Angehörigen gesichert ist. Sozialleistungen beantragen können die Eltern nicht.