Sinsheim

Busunternehmen Hacker Touristik hat Insolvenz angemeldet

Der Linienverkehr läuft zwar weiter, aber es gibt Ungewissheiten beim Reisegeschäft.

23.09.2022 UPDATE: 23.09.2022 06:00 Uhr 3 Minuten, 3 Sekunden
Fahren weiter: die Linienbusse von Hacker Touristik. Foto: Schultze & Braun

Von Tim Kegel

Sinsheim-Steinsfurt/-Reihen. Erst machten die Corona-Verordnungen das Verreisen unmöglich oder kompliziert; dann saß das Geld potenzieller Kunden aufgrund der Energiepreissteigerungen nicht mehr so locker. Kalkulationen aus dem Vorjahr waren angesichts der Kraftstoffpreise plötzlich nicht mehr das Papier wert, auf dem sie gedruckt waren. Opfer dieser Entwicklung ist nun das traditionsreiche Busunternehmen Hacker Touristik. Der Familienbetrieb musste Insolvenz anmelden.

Zuletzt, so heißt es, sei selbst der Diesel im laufenden Betrieb ausgegangen. Am selben Tag, dem vergangenen Montag um 12 Uhr, sei die bittere Wahrheit dann dem Personal mitgeteilt worden. Öffentlich gemacht wurde die Insolvenz des Subunternehmens dann knappe fünf Stunden später, nicht vom Unternehmen selbst, sondern von der SWEG, der Südwestdeutschen Landesverkehrs-GmbH, die auch Stadtbus-Linien in Sinsheim betreibt. Unerwartet deutlich wurde in einer Mitteilung von "der Insolvenz des SWEG-Subunternehmers Firma Hacker" gesprochen, weshalb es zu "kurzfristigen Fahrtausfällen" im Linienbündel Sinsheim Süd am selben Tag und am Dienstag komme. Doch schon am Mittwoch hieß es unter Busfahrern: "Hacker fährt wieder."

Dass der Linienverkehr weiterlaufen kann, habe nun Priorität, hieß es am Donnerstag auf Anfrage bei der auf Insolvenzrecht spezialisierten Kanzlei Schultze & Braun mit Hauptsitz im südbadischen Achern. Im Hause Hacker war man trotz mehrfacher Anrufe nicht zu erreichen. Der Insolvenzantrag, heißt es in der Kanzlei, sei bereits Ende vergangener Woche gestellt worden, die Belegschaft aus 24 Personen sei informiert, Löhne und Gehälter seien gesichert – wenn auch zunächst nur bis Ende Oktober: Für diesen Puffer sorge Insolvenzausfallgeld, gezahlt von der Agentur für Arbeit, wie ein Sprecher der 700-Mitarbeiter-Kanzlei erklärt.

Als Insolvenzverwalter wurde Holger Blümle durchs Amtsgericht Heidelberg bestellt; er und sein Team verschafften sich zurzeit vor Ort einen Überblick der Situation, die als stark angespannt gilt. Bei einem Teil der modernen Reisebusse sind nach Angaben informierter Kreise Reparaturen notwendig; außerdem wurde der Betrieb in den zurückliegenden Jahren kostenintensiv erweitert. Ob eine Rettung des inhabergeführten Unternehmens gelingt, ist deshalb trotz des tadellosen Rufs der Firma ungewiss. Sanierungsoptionen für das seit 1986 bestehende Unternehmen würden ...

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