Obergimpern

Die Linde war nur noch ein Skelett

Nach der Fällung des "Dorfwappens" zeigte sich, dass die umstrittene Maßnahme unbedingt nötig war.

22.11.2022 UPDATE: 22.11.2022 06:00 Uhr 1 Minute, 21 Sekunden
Nach der Fällung zeigte der Blick in das Innere des Stammes, dass die Experten den von außen kaum erkennbaren desolaten Zustand richtig eingeschätzt haben. Foto: Rosemarie Stenchly

Von Rosemarie Stenchly

Bad Rappenau-Obergimpern. Der Treffpunkt an der Obergimperner Linde muss zumindest in den Köpfen der Bevölkerung umbenannt werden, denn der Baum, der sich auch auf dem Obergimperner Wappen wiederfindet, ist am Montagmorgen gefallen. Mehr als 170 Jahre lang hat er das Dorfbild geprägt.

Der Platz der Linde wird umrahmt von der Verwaltungsstelle mit dem Dorfbrunnen "Brüggehossler", vom katholischen Pfarrhaus mit dem Straßenkreuz und der evangelischen Kirche im Hintergrund. Auf der anderen Seite steht das katholische Pfarrzentrum, und die Einfahrt zu Schloss Obergimpern vollendet den Rahmen, in dessen Mitte die prächtige Linde stand. Wie berichtet, ist der markante Baum dem Brandkrustenpilz zum Opfer gefallen. Der Beauftragte des Baumfällunternehmens bestätigte, dass dieser Pilz nicht abgetötet werden kann. Vor allem setzt sich die Fäule im Fußbereich des Stammes durch und ist von außen nicht erkennbar: Der Blick zur prächtigen Krone führt in die Irre. Durch verschiedene Maßnahmen wurde in der Vergangenheit versucht, die Linde zu retten, am Ende half aber alles nichts. Die Zerstörung im Inneren ließ sich zwar nicht sehen, aber messen, und sie zeigte, dass dringend gehandelt werden musste.

Bei vielen Bürgern machte sich eine große Traurigkeit breit, ja, eine Anwohnerin sprach sogar von einer Katastrophe und vermutete, dass durch die Fällung nur für bessere Straßenverhältnisse gesorgt werden solle. Bereits am Sonntag hatten Besucher des Adventsbasars unzählig Erinnerungsfotos gemacht. Viele konnten es einfach nicht glauben, und so hatten sich am Montagmorgen auch einige aufgemacht, um dem Tod dieses markanten Baumes beizuwohnen.

Als der Baum dann gefällt war, wurde mit Entsetzen das Ausmaß im Innern des Stammes wahrgenommen: Der untere Stammbereich war im Innern von Fäule und Ameisen derart zersetzt, dass nur noch ein recht schmaler Rindenbereich zuerkennen war. Spätestens zu dem Zeitpunkt mussten auch Skeptiker der Maßnahme eingestehen, dass mit der Fällung richtig gehandelt worden ist. Denn es wäre nicht auszudenken gewesen, wenn dieser Baum unkontrolliert gefallen wäre.

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Viele der Umstehenden nutzten die Gelegenheit, um sich von den gesunden Ästen Baumscheiben absägen zu lassen. Nun hofft man in Obergimpern, dass der Platz in der Schlossstraße wieder eine prägnante Bepflanzung erhält.

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