Eschelbronn

Manfred Obländer verhandelte bei der Landshut-Geiselnahme mit

Oberländer arbeitete für Adenauer und Kohl und las nun aus seinem Buch "(M)Ein Leben am Rande der Politik" vor.

21.09.2022 UPDATE: 21.09.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 36 Sekunden
Manfred Obländer (rechts) bekam die Schreinerschürze vom Vorstand des Heimat- und Verkehrsvereins, Rainer Heilmann, verliehen. Die Schürze ist nach der Schreinermedaille die zweithöchste Auszeichnung der Gemeinde Eschelbronn. Foto: Roland Wolf

Von Roland Wolf

Eschelbronn. Er schüttelte Präsidenten und Kanzlern die Hände, verhandelte mit, als es darum ging, die Geiseln aus der "Landshut" zu befreien, und die Tonbandaffäre um Konrad Adenauer kostete ihn den Job – all das hat Manfred Obländer den Gästen in der Pausenhalle der alten Schule erzählt, die bis auf den letzten Platz besetzt war. Er las auf Einladung des Heimat- und Verkehrsvereins aus seinem Buch "(M)Ein Leben am Rande der Politik" – und hatte viel zu erzählen.

47 Jahre lang war der Eschelbronner in der Bonner Politik in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in verantwortlichen Positionen beschäftigt und hat dabei Präsidenten, Kanzler und Minister kommen und gehen sehen. 1998, als Gerhard Schröder Kanzler wurde, habe er einfach das falsche Parteibuch gehabt, sagt Obländer. Damit sei dann auch seine berufliche Laufbahn dem Ende entgegen gegangen. Er sagt dies ohne Groll: Vielmehr war er dankbar dafür, die deutsche Geschichte so lange hautnah miterlebt zu haben.

Aufgewachsen ist er im Schreinerdorf, wo seine Klassenlehrerin Marie Mrhal durch ihre spannende Lehrmethode sein Interesse für Geschichte und Politik geweckt hat. "Dafür bin ich ihr bis heute dankbar", sagt Obländer. Eschelbronn verließ er schon früh, um eine Lehre zum Industriekaufmann in Mannheim zu absolvieren. Eine Wahlkampfveranstaltung mit Kanzler Konrad Adenauer war für ihn der Auslöser, seine politische Karriere in der CDU zu starten.

Schnell konnten Kontakte nach Bonn geknüpft werden, und am 1. Dezember 1958 begann beim Presse- und Informationsamt der Bundesregierung sein "großer Bonner Abschnitt meines Lebens", wie er erzählt. Er verschweigt auch nicht, dass es nur ein Jahr später mit der bundesweit bekanntgewordenen "Tonbandaffäre" einen ersten beruflichen Rückschlag für ihn gab.

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