Sandhausen

Er hat die Rote und die Blaue Mauritius schon gesehen

Joachim Claus sammelt seit 55 Jahren leidenschaftlich Briefmarken und ist der Mitbegründer von "Briefmarken- und Münzentauschring".

21.09.2022 UPDATE: 21.09.2022 06:00 Uhr 1 Minute, 30 Sekunden
Für Joachim Claus gibt es nichts Spannenderes als Briefmarken. Foto: Alex

Sandhausen. (bms) Sie ist klein, fast immer an den Rändern gezackt, üblicherweise rechteckig und meist, aber nicht immer, auf Papier gedruckt: die Briefmarke. Um eine erneute Benutzung zu verhindern, wird sie mit einem Poststempel entwertet. Für Sammler aber bleibt sie trotzdem wertvoll. Einer davon ist Joachim Claus. "Briefmarken erzählen Geschichten aus der ganzen Welt. Es gibt nichts Spannenderes", sagt er.

Der 70-Jährige ist Mitbegründer und seitdem Vorsitzender des im Jahr 1981 gegründeten Vereins "Briefmarken- und Münzentauschring Sandhausen." Gedruckt im Kleinformat mit unterschiedlichen Motiven sammelt er Marken und Postkarten seit Jahrzehnten mit großer Leidenschaft – geschätzte Hundert Alben stapeln sich bei ihm zu Hause in der Büchertstraße in Regalen und Schränken, in Körben, auf Tischen. "Das ist ein Hobby, das hört nie auf", meint er lachend.

Wie denn auch – schließlich gibt es unglaublich viele Sammelgebiete wie Länder aus Übersee und Europa, Tiere, Natur oder auch Meerjungfrauen, Leuchttürme, Mode, Persönlichkeiten, Religion oder Pfadfinder – egal: "Für uns ist das Sammeln eine Art Wissenschaft zu den jeweiligen Themen. Denn Postgeschichte zeigt das Leben." Manchmal in Dauerserien, manchmal im Einzelformat, aber grundsätzlich in den drei Varianten "postfrisch, gestempelt oder als gelaufener Brief."

Joachim Claus, der vor der Rente als Holzingenieur unterwegs war, zeigt seine Schätze mit Stolz und Begeisterung. Mit dem "Weltraumblock" aus der früheren DDR hat seine Sammelleidenschaft als 15-Jähriger angefangen, als er von der Großmutter deren Alben erbte. "Ich habe nie wieder aufgehört." Heute interessiert er sich besonders für Heimatgeschichte, hat in Sandhausen schon mehrfach seine speziellen Schätze ausgestellt und organisiert mit seinem Verein auch regelmäßig große und kleine Tauschtage für alle postalischen Belege: Am kommenden Sonntag, 24. September, wird dazu wieder in die Turn- und Festhalle im Ort eingeladen.

Sein Verein sei deutschlandweit bekannt, bis zu 300 Besucher würden erwartet. "In manchen Fällen lässt sich in der kleinsten Sammlung ein Schatz für die eigene finden." Als wertvollste Briefmarken der Welt gelten die Rote und die Blaue Mauritius, 1847 ausgegeben von der britischen Kronkolonie Mauritius und damit 175 Jahre alt. Sie zeigen die britische Königin Viktoria, es gibt nur noch sehr wenige Exemplare aus dieser Serie. Hat Claus sie schon im Original gesehen? "Ja, ich war 1999 auf der Internationalen Briefmarken-Weltausstellung in Nürnberg – beeindruckend."

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Die Rote Mauritius Briefmarke. Foto. dpa

Und welche ist seine Kostbarkeit? Joachim Claus zuckt die Schultern. "Vielleicht die auf Eichenholz gedruckte Marke aus Österreich." Aber irgendwie seien sie alle "einfach ganz wunderbar."

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