Dossenheim

Ausstellung zeigt Erfahrungen von Flüchtlingen

Erfahrungen von Geflüchteten und Helfern sichtbar gemacht. Interviews und Porträts geben Einblicke.

17.05.2022 UPDATE: 18.05.2022 06:00 Uhr 1 Minute, 44 Sekunden
Fachbereichsleiter Thomas Schiller (v.l.), Bürgermeister David Faulhaber, Ursula Igel als 
Leiterin des Diakonischen Werks, Journalistin Maria Hüttner, Fotograf Alexander Kästel und die Integrationsbeauftragte Milena Koch trafen sich bei der Ausstellungseröffnung. Foto: Alex

Von Doris Weber

Dossenheim. "Es liegt ein Schatz in uns Menschen." Diese Aussage kann man sich nicht oft genug bewusst machen. Gerade hierzulande ist man doch häufig auf das negativ Erlebte fokussiert. "Es liegt ein Schatz in uns Menschen" und weiter: "Vom Ankommen und Verlassen, Mut schöpfen und Mut schenken. Von Menschlichkeit und Hilfe" lautet der Titel der Ausstellung, die im Rathaussaal eröffnet wurde. Sie ist Abschluss des von der Landeskirche Baden unterstützten Flüchtlingsprojekts des Diakonischen Werks im Rhein-Neckar-Kreis. Gemeinde und "Kommission Kunst" holten die Wanderausstellung in die ehemalige Steinbrechergemeinde.

Sechs Jahre lang beriet und begleitete das Team des Flüchtlingsprojekts mit Unterstützung der evangelischen Kirchenbezirke Südliche Kurpfalz, Neckar-Bergstraße, Kraichgau und Neckargemünd-Eberbach Ehrenamtliche bei ihrem Engagement. Es wurden viele Erfahrungen gesammelt. Der Titel der Ausstellung sei eine Kernaussage, sagte Ursula Igel, Leiterin des Diakonischen Werks. Geflüchtete mussten an einem anderen Ort neu anfangen; Ehrenamtliche halfen plötzlich Menschen, die ihnen bis dahin fremd gewesen waren: Dank dieser neuen Herausforderungen machten alle Beteiligten wertvolle Erfahrungen. "Jeder und jede musste neue Fähigkeiten entwickeln: Geduld, Zähigkeit, Ertragen und Aushalten waren gefragt", so Igel weiter.

Wie können Erfahrungen sichtbar gemacht werden? Eine Idee hatten Igel und ihre Mitstreiterinnen, darunter die in der Gemeinde lebende Siegrid Tautz als kirchliche Fachberatung von Flüchtlingen und Ehrenamtsbegleitung: Sie wollten die geborgenen Schätze mit Interviews und Porträtaufnahmen anschaulich machen. Die Mannheimer Journalistin Maria Hüttner und Fotograf Alexander Kästel wurden mit dieser Aufgabe beauftragt.

Interview und Fototermin bildeten eine räumliche und zeitliche Einheit: Kästel machte seine Aufnahmen während der Gespräche. So ist nichts gestellt. Die Porträtierten schauen daher auch nicht in die Kamera – und im Ergebnis auch nicht aus dem Bild heraus den Betrachter an. So entsteht der Eindruck, den Kästel wie folgt beschrieb: "Was du nicht schreiben konntest, drücken manche Bilder aus." Es sei beeindruckend, welch großes Vertrauen die befragten Menschen entgegengebracht hätten, so Hüttner. Sie erklärte, dass ihre Texte nur eine Zusammenfassung sein könnten. Sie gestaltete sie mit Sensibilität und Fingerspitzengefühl. So entstanden elf Porträts von ...

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