Wiesloch

Ausstellung "Oldies im Takt" war ein voller Erfolg

Altes Blech auf Hochglanz poliert: Der Opel Doktorwagen von 1908 war für das Publikum der Höhepunkt.

10.07.2024 UPDATE: 10.07.2024 04:00 Uhr 1 Minute, 58 Sekunden
Annäherung 150 Oldtimer gab es in Wiesloch am Sonntag des Stadtfestes bei „Oldies im Takt“ zu bestaunen. Bei Live-Musik durften sich Interessierte ganz in Ruhe ihrer Leidenschaft hingeben und die Modelle bestaunen. Foto: Of

Von Hans-Joachim Of

Wiesloch. Die vom Verein "Freunde historischer Fahrzeuge Wiesloch" für das Stadtfest organisierte Ausstellung "Oldies im Takt" auf dem Freigelände zwischen Stadtgalerie und Altem Stadtbahnhof erwies sich als voller Erfolg. "Wir hatten schon morgens jede Menge interessierter Besucher, die sich unsere ausgestellten Oldtimer ganz genau anschauten und sich mit vielen Gleichgesinnten austauschten", so Jürgen Halm, Gründungsmitglied und Vorstand Öffentlichkeitsarbeit beim rührigen Verein, der in diesem Jahr mit einigen Veranstaltungen sein 40-jähriges Bestehen feiert.

Über den Tag verteilt seien 100 bis 150 "Oldies" zu bestaunen gewesen, hieß es. Das älteste Fahrzeug war ein weinroter Opel aus dem Jahr 1908, der die Blicke der Interessierten magisch anzog. "Dabei handelt sich um einen sogenannten Doktorwagen, der damals vom Rüsselsheimer Opelwerk als ideales Fahrzeug für den Landarzt vorgestellt wurde", informierte Besitzer Werner Fuchs aus Wiesloch.

Der 83-jährige Maschinenbau-Diplom-Ingenieur habe schon im Alter von 16 Jahren den Führerschein besessen und sei sowohl beim Verein als auch beim Allgemeinen Deutschen Automobil-Club ein gefragter Fachmann, hieß es. Wie viele Oldtimer er besitze, wollte er nicht verraten. "Viel zu viele", lachte er.

Das Datenblatt mit den technischen Angaben informierte, dass der Vier-Zylinder-Opel mit offener Torpedo-Karosserie und Thermosiphon-Kühlung 14 PS leiste, 1543 Kubikzentimeter Hubraum habe und 55 Stundenkilometer Spitze schaffe. Auffällig sind die Karbidbeleuchtung, ein schicker Koffer am Heck sowie die mechanische Verstellung des runden Zahnradgashebels am Lenkrad. "Daher kommt der Ausdruck, dass man ruhig mal einen Zahn zulegen könne", ließ Werner Fuchs wissen.

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"Wieder etwas dazu gelernt", freute sich Bernhard Beierle aus Ubstadt-Weiher, ebenfalls im Besitz eines Oldies. In jenem Fall ein offener Ford Eifel Sport-Roadster mit 34 PS aus dem Jahr 1938. Doch auch "neuere" Fahrzeuge waren dicht umlagert: ein knallroter Porsche 911 Targa in zeitlosem Design aus dem Jahr 1977 mit 165 PS und 2,7 Liter Hubraum, der von drei kleinen Jungs neugierig bestaunt wurde. Emil Küchler aus Wiesloch war mit seinem Vater Michael und zwei Nachbarskindern zum Oldietreffen gekommen.

Michael Küchler bezeichnete sich als Stammgast und nahm einen gelben VW-Bus T2 von 1977 genau unter die Lupe. "Ein solches Fahrzeug mit 50 PS und 1584 Kubikzentimeter Hubraum besaß ich auch mal", teilte er mit. Nebenan stand mit einem Ford Mustang Coupé von 1967, 285 PS und 4,7 Liter Hubraum ein anderes Schwergewicht.

Dem konnte ein grüner VW Karmann Ghia Caprio mit 44 PS und 1500 Kubik lediglich optisch etwas entgegensetzen. Sehenswert war auch ein schicker, englischer Kleinwagen vom Typ Singer Bantam de Luxe, Baujahr 1936 mit 26 PS, 972 Kubik, Spitze 100 Kilometer pro Stunde, oder ein Vier-Zylinder Borgward Isabella, Baujahr 1959 mit 60 PS und 1500 Kubik.

Auch Fahrzeuge aus dem Ländle waren vor Ort. Wolfgang Orth aus Dielheim war mit seinem blauen Daimler-Benz 170 V nach Wiesloch gereist. Das Datenblatt informierte: Baujahr 1940, 1685 Kubikzentimeter Hubraum, 38 PS. Preis: "Der ist unverkäuflich". Auch ein silberner Daimler-Benz 190 SL, Baujahr 1957, 105 PS, 1900 Kubikzentimeter Hubraum in Voll-Aluminium weckte Begehrlichkeiten.

In der Szene gehört dieser Flitzer zu den begehrtesten Nachkriegsfahrzeugen, Preise steigend, wie die RNZ von einer Besuchergruppe aus Leimen erfuhr. "Gut erhaltene Exemplare kosten locker um die 100.000 Euro", hieß es da. Die Musik an dem Festtag besorgte die vierköpfige Gruppe "Mellow Yellow" aus dem Rhein-Neckar-Raum mit Liedern aus den 1970er und 1980er-Jahren. "Sie werden heute, anlässlich unseres runden Jubiläums, mindestens 40 Lieder spielen", hatte Vereinsvorsitzender Detlev Röpke bei der Begrüßung am Morgen lachend verkündet.

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