Neckarelz

Landtagspräsidentin Muhterem Aras besuchte die KZ-Gedenkstätte

Ihr besonderes Augenmerk galt den Ehrenamtlichen. Ein Generationenwechsel steht bevor.

29.07.2022 UPDATE: 29.07.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 42 Sekunden
Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Mitte) besuchte zum Auftakt ihrer vierten Gedenkstättenreise die KZ-Gedenkstätte in Neckarelz mit der Vorsitzenden des Vereins, Dorothee Roos (r.), und Landrat Dr. Achim Brötel. Foto: Brunhild Wössner

Von Brunhild Wössner

Neckarelz. Auf dem ehemaligen Appellplatz des Konzentrationslagers in Neckarelz, jetzt Schulhof der Clemens-Brentano-Schule, begrüßte die vierte Klasse Muhterem Aras, Landtagspräsidentin in Baden-Württemberg, mit einem Lied. Nach einem Jahr pandemiebedingter Pause war sie nun zum vierten Mal auf einer Gedenkstättenreise. Ihr besonderes Augenmerk galt dabei dem größtenteils ehrenamtlich tätigen Personal in den Gedenkstätten. Viele der Frauen und Männer, die oft mit großem persönlichen Engagement Erinnerungsorte im ganzen Land seit ihrer Eröffnung begleiten, müssen ihre Einsatzzeiten altersbedingt reduzieren oder scheiden sogar ganz aus.

Die Landtagspräsidentin besucht in diesem Jahr die Gedenkstätten in Nordbaden, gleich der erste Halt führte sie nach Neckarelz. Ein Besuch des Maria-Zeitler-Pfades auf dem Gelände der Johannes-Diakonie in Mosbach stand danach auf dem Programm, gefolgt von einem Gespräch zur Thematik "Gedenkstättenverbund im Neckar-Odenwald-Kreis". Am zweiten Tag ihrer Reise machte Aras Station im Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg und schloss ihr Programm mit einem Besuch der ehemaligen Synagoge und dem jüdischen Friedhof in Hemsbach.

Der gemeinsame Rundgang mit der Landtagspräsidentin durch die Gedenkstätte stand ganz im Zeichen der "pädagogischen Arbeit" dieses Erinnerungsortes, so Dorothee Roos, Vorsitzende des Vereins KZ-Gedenkstätte. Roos erläuterte, dass man die Gedenkstätte zuerst als Lernort verstehe und dabei mit zahlreichen Schulen kooperiere. In den letzten Wochen sei man von vielen Gruppen "förmlich überrannt" worden, wobei sich die Bandbreite von der Förderschule bis hin zur Universität erstrecke. Auf Nachfrage von Aras gab Roos an, dass bis zu 2500 Besucher im Jahr diesen Erinnerungsort besuchen, 80 bis 100 Gruppen seien im Schnitt zu Gast. In diesem Jahr sei nach dem Ende der Kontaktbeschränkungen die Nachfrage besonders groß.

An der ersten Station ihres Rundgangs konnte sich die Präsidentin des Landtags sogleich einen Überblick über die Lage der Außenlager im Land machen. Sie zeigte sich sehr erstaunt über die große Konzentration in Baden-Württemberg und im Elsass. Erinnerungsarbeit "ist hier eine grenzüberschreitende Sache", merkte Roos an.

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