U-Boot-Transport nach Sinsheim

Eberbach wegen U17 im Ausnahmezustand (Video/Fotogalerie)

Der Ansturm auf den Neckarlauer übertraf alle Erwartungen: Mehrere Tausend Menschen wollen am Montag und Dienstag den 350 Tonnen-Koloss sehen.

06.07.2024 UPDATE: 09.07.2024 16:30 Uhr 7 Minuten, 54 Sekunden
Am späten Nachmittag drängen sich die Besucher, um U 17 aus der Nähe zu sehen. Foto: Weindl

Von Peter Bayer und Alissa de Robillard

Eberbach. "Ihr seid ja verrückt, was ihr hier auf die Beine gestellt habt!" Sogar Hermann Layher, Präsident des Technik Museum Sinsheim, war überwältigt von dem, was sich am Montag auf dem Neckarlauer abspielte.

Nicht nur er erlebte Eberbach im Ausnahmezustand. "Ich bin total von der Rolle", bekam auch Eberbachs Bürgermeister Peter Reichert angesichts der Menschenmenge das Strahlen nicht mehr aus dem Gesicht. Mehrere Tausend Menschen waren gekommen, um den 350 Tonnen Koloss beim Zwischenstopp in Eberbach aus der Nähe zu sehen.

Viele von denen, die die Ankunft des U-Boots von der Neckarbrücke aus verfolgten, mussten sich zunächst auch mit diesem Anblick begnügen. Denn unten auf dem Neckarlauer war ein Durchkommen fast nicht möglich, so dicht gedrängt standen die Schaulustigen. Wer ein Erinnerungsstück an den einmaligen Tag mitnehmen wollte, wurde beim Stand des Museums fündig – ob 0-Euro-Schein, Tasse oder T-Shirt.

Wer sich hingegen mit Pommes, Bratwurst, Steak oder Currywurst stärken wollte, musste sich beim Schlangestehen in Geduld üben. Und wem es gar zu lange dauerte, der machte sich auf den Weg in die Gastronomie der Innenstadt.

Und weil dort einige ihren Ruhetag hatten, gab es auch hier lange Wartezeiten, war das Personal regelrecht am Rotieren. Mit einer halben Stunde für einen Döner oder einer Stunde fürs Essen war man noch gut bedient. "Wer heute zumacht, ist selbst schuld", war nicht nur einmal zu hören.

Doch nicht nur hier gab es lange Wartezeiten, auch auf den Straßen ging es nur im Schritttempo weiter – wenn überhaupt. Bis nach Rockenau oder in die Güterbahnhofstraße standen die Fahrzeuge. Für die Fahrt von der Beckstraße über die Neckarbrücke benötigte Peter Reichert dieses Mal keine 15 Sekunden, sondern geschlagene 15 Minuten.

Am wenigsten störte das Schritttempo die Oldtimer, die, anders als erwartet, erst nach Ankunft der U17 in Eberbach einfuhren. Doch durch den regen Verkehr auf der B37 hatten Schaulustige und Autofans genügend Zeit, die Schätze aus vergangenen Jahren zu begutachten – sie dennoch in Action auf der Straße zu sehen.

Wer weder auf das U-Boot, noch auf die Portion Pommes warten wollte, hatte auf der anderen Seite des Neckarlauer die Möglichkeit, ein weiteres Schiff aus der Nähe zu betrachten: Die Eberbacher Kulturfähre "Frischling" öffnete ihre Türen und lockte Interessierte in den Innenraum.

Am Montagabend gibt es eine Beleuchtungsshow für U 17, während der Neckarlauer noch immer gut besucht ist. Foto: Peter Bayer

Dort war an einer Fotowand die Geschichte der Fähre, mit allen Hürden und Erfolgen festgehalten. "Frischling"-Betreiberin Angela Mahmoud sagte: "Hauptsache mal wieder präsent sein – das war das Ziel vom heutigen Infotag."

Mit Einbruch der Dämmerung bekamen die Zuschauer auf dem Neckarlauer noch eine Lichtshow geboten. Bei angenehmen Temperaturen, Essen, Trinken und Livemusik ließ es sich auch spätabends noch gut aushalten.

Am frühen Dienstagmorgen war dann Abschied nehmen angesagt. Bevor sich die U17 fast genau um 9 Uhr auf den Weg nach Haßmersheim machte, nutzten Kindergärten und Grundschulklassen die Gelegenheit, sich den Koloss ganz aus der Nähe anzuschauen und ihn mit einem "Tschüss U17" von der Neckarbrücke aus zu verabschieden.

Das U-Boot U 17 legt am Dienstagmorgen in Eberbach ab und macht sich auf den Weg zur nächsten Station in Haßmersheim. Foto: Weindl

Update: Dienstag, 9. Juli 2024, 16.30 Uhr


Der 350-Tonnen-Koloss U17 ist in Eberbach angekommen 

Hinter den Begleitbooten und dem Wasser sprühenden Boot der Freiwilligen Feuerwehr erreicht U17 endlich Eberbach. Foto: Peter Bayer

Von Peter Bayer

Eberbach. Auf dem Neckarlauer warteten sie schon seit Stunden, auf der Neckarbrücke war um 17 Uhr kaum mehr ein freier Platz zu bekommen, so dicht gedrängt standen sie und warteten. Unter der Brücke riss der Strom der Schaulustigen nicht ab.

Als um 17.28 Uhr das erste Begleitschiff von der Brücke aus zu sehen ist, ist klar, dass es nicht mehr lange dauert, bis auch das U-Boot zu sehen sein wird. Und nur vier Minuten später taucht U17 dann auch tatsächlich hinter dem Wasser sprühenden Boot der Freiwilligen Feuerwehr Eberbach auf und wird Fähnchen schwingend von über tausend Menschen begrüßt.

Unten auf dem Neckarlauer läuft derweil in Dauerschleife der YouTube-Hit "Ein U-Boot in Eberbach" von "Eber und der Wal" (Jesse Safferling). "Da liegt ein 350 Tonnen schwerer Wal im Herzen des Neckartals", heißt es in dem Ohrwurm.

Auch einem kleinen Kind fällt die Ähnlichkeit sofort auf. "Guck mal, das sieht ja aus wie ein Wal", sagt es zu seiner Mama auf der Neckarbrücke. Dann muss der Schwertransport nur noch unter der Brücke durch zur anderen Seite des Lauers, wo er anlegt.

Im Schlepptau zahlreiche Leute, die sich den Koloss ganz aus der Nähe ansehen wollen. Wann hat man schon einmal solch eine Gelegenheit? Und weil die so selten ist, ist das Interesse nicht nur der Eberbacher aller Altersgruppen so groß, dass die "Partymeile" auf dem Neckarlauer schnell viel zu klein ist, es kaum mehr ein Durchkommen für jene gibt, die ihren Platz auf der Brücke gegen einen ganz nah am Geschehen eintauschen wollen.

Dabei war die Geduld der Schaulustigen auf eine harte Probe gestellt worden. Die ersten waren bereits vor 14 Uhr auf dem Neckarlauer, um sich die besten Plätze zu sichern.

Offenbar hatte es sich bisher nicht herumgesprochen, dass sich die Ankunft um ein paar Stunden verzögern würde, der ursprüngliche Zeitplan nicht eingehalten werden kann.

Statt 15 Uhr war jetzt von 18 Uhr die Rede. Doch weil es in Heidelberg doch schneller als erwartet ging, und es auch bei den Schleusen keine Probleme gab, machte der Schwertransport zumindest noch eine halbe Stunde gut.

Auch in Eberbach verfolgen viele Schaulustige den Transport von U17. Foto: Stefan Weindl

Jene, die den Transport auf dem Neckar von Heidelberg nach Eberbach im Livestream des Technik-Museums verfolgten, machten sich entsprechend später auf den Weg und strömten gegen 17 Uhr an den Ort des Geschehens.

Dort hatte die "Party" für den "großen Wal" U17 längst schon begonnen. Die Coverband "GetBack" unterhielt mit Songs der Beatles das wartende Publikum, das sich derweil kulinarisch mit Currywurst, Bratwurst, Pommes oder auch vegetarischem frittiertem Blumenkohl zum Bier oder alkoholfreiem Getränk stärkte.

Wer wollte, machte es sich bei strahlendem Sonnenschein mit einem Drink im Liegestuhl gemütlich. Der Bauhof hatte eigens dafür wieder Sand aufgeschüttet und so für Strandfeeling gesorgt. Bis 23 Uhr ging es weiter mit Livemusik und einer Lichtshow.


U 17 passierte am Montag Neckargemünd und Neckarsteinach – Großer Andrang am Ufer

Erst schipperte das U-Boot unter den Augen zahlreicher Schaulustiger an Neckargemünd vorbei. Foto: Lautenschläger

Neckargemünd/Neckarsteinach. (sla) "Es soll um 13 Uhr kommen – das ist in zwei Minuten, wir haben noch zwei Minuten", erinnert eine Frau ihre Freundinnen, während sie die Straße entlanggehen und sich einen Weg durch die anderen Zuschauer auf die Eisenbahnbrücke in Neckargemünd bahnen.

Das U-Boot U 17 befindet sich derzeit auf seiner Reise in das Technik-Museum Sinsheim und durchquerte dabei am Montag von Heidelberg kommend auch Neckargemünd. Und dieses Ereignis hat nicht nur hier, sondern auch einige Kilometer flussaufwärts in Neckarsteinach zahlreiche Schaulustige angelockt.

In Neckargemünd ist am Montagmittag jede Altersklasse vertreten. Bereits eine Stunde vorher warten schon Schaulustige am Neckar. Generell befinden sich überall am Flussufer Menschen – sei es auf Bänken, auf mitgebrachten Sitzgelegenheiten oder einfach auf dem Boden. Sie telefonieren, machen Bilder, reden miteinander oder schauen bereits erwartungsvoll auf das Wasser.

Später erreichte es die vier Burgen von Neckarsteinach. Foto: Willenberg

Der Neckarlauer, die Alte Scheune, der Imbiss oberhalb des Neckarlauer und die Eisenbahnbrücke sind voller Schaulustiger, die bereits ihre Handys gezückt halten. Auf der Eisenbahnbrücke drängen sich die Menschen, um von oben einen Blick zu erhaschen. Kindergartenkinder sitzen neben Senioren, während Schüler zeitgleich die Brücke zu überqueren versuchen. Auch Hunde sind mit dabei.

Es wird sich über die vorigen Stationen des ausrangierten Marinegefährts unterhalten – etwa, dass es am Samstag bereits in Heidelberg angelegt hatte, und dass man dessen Route mithilfe des Live-Tickers verfolgen kann. Das Spektakel findet bei wunderbarem Wetter statt – vereinzelt befinden sich Wolken am Himmel, doch dieser ist ansonsten strahlend blau.

Die Sonnenstrahlen werden von der Wasseroberfläche reflektiert und bringen diese zum Glänzen, bis diese schließlich von U 17 in Bewegung gebracht wird. Anders als zunächst angekündigt spielt die Trachtenkapelle aus Dilsberg nicht.

Das ausrangierte Marine-U-Boot erscheint etwa um 13.15 Uhr in Neckargemünd. Es bleibt dabei nicht stehen, sondern fährt direkt durch. Das Tempo des U-Boots sorgt dabei für Gesprächsstoff unter den Passanten. "Das fährt ja schon schnell", kommentiert eine Passantin erstaunt. Ein anderer Zuschauer geht noch einen Schritt weiter: "Du kannst neben dem Schiff herlaufen, das Schiff ist aber schneller."

Es werden Fotos gemacht, und das Gefährt wird von den Zuschauern bejubelt. So schnell wie das U-Boot erschienen ist, ist es dann aber auch schon wieder weg. Und wird dabei von einer Gruppe Kindern mit folgenden Worten verabschiedet: "Schiff ahoi."

Dann ging es weiter nach Neckarsteinach, wo ebenfalls zahlreiche Schaulustige das U-Boot sehen wollten. Spannend war es hier an der Schleuse.

Update: Montag, 8. Juli 2024, 20 Uhr


Aufbau für U17 in Eberbach hat begonnen

Am Montag gibt es eine große Party mit Strandfeeling, Livemusik, Essens- und Getränkeständen. Der Tross kommt um 18 Uhr an.

Eberbach. (by) Die Bühne steht, das Zelt ist aufgebaut und die Familie Groll war gestern auch mit dem Aufbau beschäftigt. Wenn am Montagabend das U-Boot U17 auf dem Neckar erwartet wird, soll schließlich alles für die große Willkommensparty angerichtet sein.

Der Transport von U-Boot U17 läuft bislang nach Zeitplan. Am Samstag hatte U17 in Heidelberg am Neckarufer festgemacht und lockte unzählige Neugierige an. Nach der Verankerung bot sich den Kurpfälzern ein Spektakel: Vor atemberaubender Kulisse wurde der 350 Tonnen schwere Koloss aufgerichtet.

Am Montag um 7 Uhr beginnen die Vorbereitungen zur Weiterfahrt nach Eberbach. Vor der Durchfahrt unter der Alten Brücke wird sich U17 zur Seite neigen und das Wahrzeichen der Stadt unterqueren. Die Ankunft in Eberbach ist am Nachmittag geplant. Bewirtung und Livemusik am Neckarlauer beginnen bereits um 14 Uhr. Drei Wochen nach dem Lebendigen Neckar wird der Lauer damit erneut zur "kleinen Festmeile".

Hier gibt es die Fahrt im Livestream:

Achtung: Der Zeitplan hat sich geändert. So geht es am Montag weiter:

Heidelberg → Eberbach

7 Uhr: Vorbereitungen, Drehen von U17 und Lasching

Ca. 9 Uhr: Ablegen, Durchfahren der Alten Brücke und Ballastieren

Ca. 11.30 Uhr: Schleuse Heidelberg

Ca. 13 Uhr: Schleuse Neckargemünd

Ca. 14.40 Uhr: Schleuse Neckarsteinach

Ca. 16.15 Uhr: Schleuse Hirschhorn

Die Schleusenvorgänge sind mit jeweils 30 Minuten geplant.

Ankunft ca. 18 Uhr in Eberbach

Vor der Durchfahrt der Alten Brücke in Heidelberg wird sich U17 zur Seite neigen.

Nach der Ankunft in Eberbach steht U17 wieder in der "Normalposition".

Update: Sonntag, 7. Juli 2024, 17.06 Uhr


In Eberbach kann man im Liegestuhl bei Livemusik "U-Boot schauen"

Eberbach. (by/tgo) Am Sonntag, 30. Juni starteten die Technik Museen Sinsheim Speyer den spektakulären Transport ihres neuen Exponates, U-Boot U17, von Speyer nach Sinsheim. Während des rund vier Wochen langen Transports schwimmt und rollt das U-Boot auch durch den Odenwald. Die Städte und Gemeinden entlang der Strecke haben zahlreiche Aktionen auf die Beine gestellt, um U-Boot sowie Besucher zu empfangen, teilt die Touristikgemeinschaft Odenwald mit.

Am Eberbacher Neckarlauer wird es am Montag, 8. Juli, eine große Party mit Strandfeeling, Livemusik, Essens- und Getränkeständen geben. Los geht’s um 14 Uhr. Während die Familie Groll sich um das leibliche Wohl der Gäste kümmern wird, spielt auf der Bühne die Gruppe "Get Back". Die Mitarbeiter von Bauhof und Stadtwerken haben wieder kräftig angepackt. Das Ergebnis ist ein Sandstrand mit Liegestühlen, den die Eberbacher ja schon vom Lebendigen Neckar kennen. Die Freiwillige Feuerwehr hat eine Bar eingerichtet.

Das U-Boot U17 macht am Montag in Eberbach Station. Foto: Technik-Museum

Mit einem Stand vertreten ist auch das Museum Sinsheim, am Neckarlauer soll es zehn bis zwölf Oldtimer zu bestaunen geben. Auch die Kulturfähre wird im Einsatz sein. Auf der Bühne übernehmen um 18.30 Uhr der Fanfarenzug und die Jagdhornbläser, ehe von 19 bis 22.30 Uhr die Bühne der Eberbacher Ol’Star Band gehört. Bei Dunkelheit ist eine Lichtershow geplant, wie von Tobias Soldner, Leiter des Ressorts KTS, zu erfahren war. Ach ja, gegen 15 Uhr soll auch noch ein U-Boot in Eberbach eintreffen.

Mit Radtour verbinden

Da sehr viele Gäste aus nah und fern in den jeweiligen Etappenorten erwartet werden, lohnt es sich, das Auto stehenzulassen und den Besuch des U-Bootes mit einer Wanderung oder einer Radtour zu verknüpfen.

Perfekt dafür geeignet sind der Neckartal-Radweg und der Neckarsteig. Um auf dem Neckarsteig nach Eberbach zu gelangen, bietet sich die Etappe von Hirschhorn nach Eberbach an. Die An- und Abreise kann in beide Orte mit der S-Bahn erfolgen. Die waldreiche Etappe bietet immer wieder herrliche Ausblicke ins Neckartal. Über den Breitenstein, die Teufelskanzel und den Wilden Waibelsberg führt die Stecke zwischen Eberbach und Neunkirchen, die alternativ bequem auch per Bus zurückgelegt werden kann.

Wer das U-Boot danach in Haßmersheim erleben möchte, der kann die Etappe zwischen Mosbach und Gundelsheim wandern, die über Haßmersheim führt. Radfahrer können über den Neckartal-Radweg direkt nach Eberbach und Haßmersheim fahren.

Am Sonntag, 14. Juli, wird es auf der Strecke zwischen Haßmersheim und Neckarmühlbach aufgrund der Passage des U-Boots allerdings zu einer zeitweisen Sperrung am Radweg kommen.

Info: Mehr zum Thema gibt es auf unserer Sonderseite zum U-Boot-Transport www.rnz.de/u17

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