Heidelberg/Mannheim

Kärrnerarbeit auf dem Weg zum großen Ziel

Klima-Modellstädte Heidelberg und Mannheim kooperieren und fordern schnellere Genehmigungsverfahren

11.05.2022 UPDATE: 11.05.2022 13:48 Uhr 3 Minuten, 38 Sekunden
Optimistisch (v.l.): Umweltbürgermeisterin Diana Pretzell und Oberbürgermeisterin Peter Kurz aus Mannheim, sein Amtskollege Eckart Würzner und Klimabürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain aus Heidelberg beim gemeinsamen Pressetermin. Foto: Alex

Von Alexander Albrecht

Heidelberg/Mannheim. Was vor ein paar Jahren noch als nahezu ausgeschlossen galt, halten Experten jetzt für möglich und warnen: Die weltweite Erwärmung könnte bis 2026 erstmals über der Marke von 1,5 Grad liegen. Höchste Zeit also, dass sich ganz schnell etwas ändert. Weltweit und lokal. Heidelberg und Mannheim gehören zu den hundert ausgewählten Städten in Europa, die von der EU dabei unterstützt werden, bis 2030 klimaneutral zu werden.

Das ist dann der Fall, wenn mindestens 80 Prozent weniger CO2 ausgestoßen wird. "Man geht davon aus, dass sich 20 Prozent der Emissionen nicht vermeiden lassen", weiß der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz. Von dem ambitionierten Ziel sind beide Kurpfalz-Metropolen allerdings noch weit entfernt, auch wenn kleine Erfolge bereits sichtbar sind. So erzeugen die Heidelberger Stadtwerke bereits heute die Hälfte der Fernwärme klimaneutral und zu mehr als 25 Prozent aus erneuerbaren Energien.

Der Energie- und Zukunftsspeicher im Heidelberger Stadtteil Pfaffengrund fasst bis zu 20 Millionen Liter Wasser für die Fernwärmeversorgung. Foto: Anspach

Oberbürgermeister Eckart Würzner drückt weiter aufs Tempo. "Wir müssen raus aus den schwerfälligen Genehmigungsverfahren. Der Faktor Zeit ist das größte Problem, und wir sind bislang zu langsam", sagt der Heidelberger Verwaltungschef bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mannheimer Vertretern im Kastanienhof des Hotels Grenzhof. Der Ort liegt unweit der Gemarkungsgrenze der beiden Städte – die bei der Klimawende schon teilweise gemeinsame Sache machen und nun noch stärker kooperieren wollen: bei "grüner" Wärme, regenerativer Stromerzeugung und nachhaltiger Mobilität. Beim Bau eines gemeinsamen Radschnellwegs arbeiten Heidelberg und Mannheim ebenfalls eng zusammen.

Würzner wünscht sich bei der Wind- oder Solarenergie ein schnelleres Verfahren, wie es Bundestag und Bundesrat beim Neubau der Hochstraße Süd in Ludwigshafen möglich machten. "Das muss der Weg sein", so der OB. Wenn man für eine Windkraftanlage sieben Jahre warten müsse, seien die Ziele unerreichbar. Ähnlich äußerte sich kürzlich auch Christoph Trinemeier, Direktor des Verbands Metropolregion Rhein-Neckar.

Würzner erinnert auch an die Hochzeit der Corona-Pandemie, als die Politik vieles möglich machte, was zuvor undenkbar erschien, und sogar in die Grundrechte eingriff. Ein weiteres gemeinsames Projekt ist die Abfallverbrennung zur regionalen Fernwärmeversorgung. Die Geothermie und der Bau von Flusswärmepumpen sollen folgen, die Takte im öffentlichen Nahverkehr verdichtet werden. Dazu kommen eigene Anstrengungen: in Mannheim ein Aktions- und in Heidelberg ein Masterplan für den Klimaschutz.

Doch wie misst man eigentlich Klimaneutralität? Das ist gar nicht so einfach. "Wir arbeiten gerade ...

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