Warnstreik beim GKM ab Dienstag
Verdi will Bewegung in Tarifverhandlungen bringen und fordert einen Gehaltsabschluss, der "die erheblichen Einschnitte der letzten Jahre berücksichtigt".

Mannheim. (RNZ/lyd) Ab Dienstag ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Beschäftigten des Großkraftwerks Mannheim (GKM) zum zweiten Mal in der laufenden Tarifrunde zu Warnstreiks auf, teilt die Gewerkschaft mit.
Die Arbeitsniederlegungen beginnen am morgigen Dienstag um 6 Uhr und sollen bis Freitag früh fortgesetzt werden. Am Mittwoch findet zwischen 10 und 12 Uhr auf dem Parkplatz des GKM eine Streikkundgebung in Form eines Autokinos-Streiks statt, so der Aufruf weiter.
Da der Arbeitgeber nicht bereit gewesen sei, die bestehende Notdienstvereinbarung mit Verdi zu verlängern, greife die Gewerkschaft zu einer außergewöhnlichen Maßnahme und setze die bewährte Notdienstvereinbarung aus dem letzten Warnstreik einseitig um und stelle somit die Versorgungssicherheit sicher.
Angelo Bonelli, Verdi-Verhandlungsführer sagt: "Wir erhöhen jetzt den Druck, um endlich Bewegung in die Tarifverhandlungen zu bringen. Die Kolleginnen und Kollegen erwarten einen Gehaltsabschluss, der die erheblichen Einschnitte der letzten Jahre berücksichtigt."
Verdi kritisiere außerdem, dass das GKM die Ausbildung im Kraftwerk einseitig und ohne die Tarifverhandlungen zum Kohleausstieg abgeschlossen zu haben, ab diesem Jahr beendet hat."Das sehen wir als Vorgriff zu den Tarifverhandlungen. Hier wird versucht, bereits vor einer Einigung, Fakten zu schaffen", so Bonelli.
Die Warnstreiks erführen in der Region eine breite Unterstützung, so die Mitteilung der Gewerkschaft. SPD, die Linke und Organisationen wie "Fridays for Future Mannheim" und "Mannheim Kohlefrei" unterstützten die Streikenden und forderten eine gerechte Behandlung der Kolleginnen und Kollegen im GKM.
Nachdem am 16. und 17. März zum ersten Mal in der 100-jährigen Geschichte des GKM in Mannheim Warnstreiks stattgefunden hatten, war am 26. März die zweite Verhandlungsrunde. Der Arbeitgeber lege zwar ein Angebot vor, das aber über die gesamte Laufzeit Entgeltsteigerungen von nur 1,5 Prozent pro Jahr vorsieht. Dies hatte die Tarifkommission abgelehnt.
Verdi fordert unter anderem eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 6,5 Prozent und eine Erhöhung der Entgelte der Auszubildenden um 100 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Beim ersten Warnstreik hatten von den möglichen rund 500 Streikenden etwa 450 Beschäftigte pro Tag die Arbeit niedergelegt.