Mannheim

Bima übergab das "Columbus-Quartier" an die Stadt

Gewerbegebiet mit Bau- und Möbelmarkt geplant

16.01.2019 UPDATE: 17.01.2019 06:00 Uhr 1 Minute, 44 Sekunden

Auch ein Trainingszentrum für die "Jungadler" könnte hier entstehen. Foto: Gerold

Von Gerhard Bühler

Mannheim. Die Entwicklung des neuen Mannheimer Stadtteils Franklin geht weiter: Vertreter der Bundesanstalt für Immobilien (Bima) übergaben am Dienstag das "Columbus-Quartier" an die Stadt. Das rund 25 Hektar große, lang gestreckte Areal zwischen der B 38 und der Birkenauer Straße war Teil der ehemaligen amerikanischen Militärsiedlung Benjamin-Franklin-Village. Im Zusammenhang mit der Umgestaltung der B 38 zur Stadtstraße soll dort ein neues Gewerbegebiet entstehen.

Während sich andere Teilflächen des insgesamt 144 Hektar großen Stadtteils Franklin bereits in eine riesige Baustelle verwandelt haben, sieht es in "Columbus" fast noch aus wie zu Zeiten der Amerikaner. Nebeneinander aufgereiht stehen 29 große Wohnblocks, in denen einst die einfachen Dienstgrade der US-Army lebten.

Ende 2015 war die städtische Entwicklungsgesellschaft MWSP nach langen Verhandlungen dabei, das Gelände von der Bima zu erwerben. "Dann bekam ich einen Anruf von der Bima, dass der Vertrag nicht zustande kommt", schilderte Oberbürgermeister Peter Kurz beim Ortstermin seinen "dramatischsten Tag". Grund war die damalige Flüchtlingswelle und damit die verzweifelte Suche der Bundesbehörden nach Unterkünften. Etwas später lebten dort zeitweise bis zu 10.000 Asylbewerber. Unterzeichnet wurde der Kaufvertrag aber doch noch. Als Lösung vereinbarte man die gestaffelte Übergabe der fünf Teilflächen. So lebten auf "Columbus" als letzter Teilfläche bis vor wenigen Wochen noch Geflüchtete der Landeserstaufnahmestelle. Zurzeit sind in drei Gebäuden dauerhafte "kommunale" Flüchtlinge untergebracht. Dazu gibt es noch 400 Studenten der Bundeswehrakademie in einem Wohnheim mit fünf Gebäuden, bis ein eigener Neubau in Neuostheim fertig ist. Aber: "Wir sind mit allem gut im Plan", freute sich Kurz. Auch Michael Scharf als Vertreter der Bima lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Wie es weitergehen soll, skizzierte MWSP-Geschäftsführer Achim Judt. "Unser Ziel ist eine gewerbliche Fläche, die anders ist als üblich. Mit viel Grün, so ähnlich wie in Taylor", sagte er. Acht bis zehn Hektar sollen es werden. Dazu soll es eine Fuß- und Radweg-Brücke zur Vogelstang geben. Grundlage sei der Siegerentwurf im städtebaulichen Wettbewerb des Büros KH_Studio Ilaria Novielli aus Paris. Die Bauplanungen seien in Zusammenhang mit dem Umbau der B 38 angelaufen, informierte Judt. Entlang der Bundesstraße sind neben der neuen Zufahrt in die Fürther Straße große Baukörper vorgesehen. Einziehen sollen ein Bauhaus-Baumarkt sowie das Möbelhaus Segmüller. Dazu gebe es Verhandlungen über den Bau eines Trainingszentrums für die "Jungadler".

Damit wären drei Viertel der Flächen von Columbus vermarktet, schätzt der MWSP-Geschäftsführer. Bauhaus wolle Anfang 2020 mit dem Bau beginnen. Zuvor stehe die Räumung an. "Insgesamt 39 Gebäude werden hier abgerissen", kündigt er an. Im Frühjahr soll es losgehen. Nur das Wohnheim der Bundeswehr bleibt zunächst stehen. Da sich dort Segmüller niederlassen will, muss sich das Möbelhaus aber mit dem Baubeginn gedulden.

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