Patton Barracks Heidelberg

2019 sollen die ersten Firmen einziehen

Die erste US-Fläche wird gewerblich genutzt - Richtfest im Business Development Center

11.07.2018 UPDATE: 12.07.2018 06:00 Uhr 2 Minuten, 7 Sekunden

Das neue Entwicklungszentrum für Organische Elektronik entstand auf einem ehemaligen Fußballplatz an der Speyerer Straße. Direkt daneben wird momentan die ehemalige US-Kaserne Patton Barracks erschlossen. Foto: Rothe

Von Denis Schnur und Philipp Neumayr

Heidelberg. Im Jahr 2024 soll von den Patton Barracks nicht viel übrig sein. Derzeit reißen dort Bagger bis auf sechs Gebäude der US-Armee alles ab. Statt Soldaten und Maschinisten sollen sich auf dem 14 Hektar großen Areal künftig Forscher und Jungunternehmer aus den Bereichen IT, digitale Medien und Bioinformatik tummeln. Bis zu 4000 Jobs sollen auf dem "Heidelberg Innovation Park" (HIP) entstehen. Und während auf dem ehemaligen Kasernen-Gelände bislang nur abgerissen wird, ist der künftige "Leuchtturm" des HIP direkt nebenan schon fast fertig.

Denn der Rohbau für das "Business Development Center Organic Electronics" (BDCOE) steht, am gestrigen Mittwoch wurde an der Speyerer Straße Richtfest gefeiert, 2019 sollen die ersten Mieter einziehen. Dabei wird es sich um junge Technologiefirmen handeln, die auf 4400 Quadratmetern Labore und Büros mieten und erste Schritte gehen sollen. Betrieben wird das Zentrum vom Heidelberger Technologiepark (TP) - einem Gemeinschaftsunternehmen von Stadt und Industrie- und Handelskammer, das bereits den Technologiepark im Neuenheimer Feld unterhält.

Mit dem BDCOE und dem HIP sollen die Bereiche der Wirtschaft und Forschung gefördert werden, die in Heidelberg ohnehin stark sind. "Wir sind schon jetzt ein Silicon Valley", erklärte Oberbürgermeister Eckart Würzner beim Richtfest mit Blick auf die vielen Software-Unternehmen in der Stadt. Er betonte aber auch: "Wir haben bisher noch nicht das geschärfte Profil." Das BDCOE sei ein wichtiger Schritt zur "stärkeren Positionierung".

Dass das Entwicklungszentrum deutlich früher gebaut werden konnte als der Rest des Parks, liegt daran, dass dessen Standort zuvor nicht der US-Armee gehörte - sondern dem Fußballverein Heidelberg Union. Erst lange Gespräche bewegten die Kicker zum Umzug: "Wer versucht, einen Fußballverein zu verlegen, um ein BDCOE zu errichten, macht sich nicht nur Freunde", weiß Würzner.

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Für den Bau hat nicht nur die Stadt rund elf Millionen Euro in die Hand genommen, auch die Europäische Union und das Land beteiligten sich mit fünf bzw. zwei Millionen Euro. Das Gebäude hat bislang die Form eines "wunderschönen Bumerangs", wie TP-Geschäftsführer André Domin erklärte. Wenn das BDCOE irgendwann ausgebaut wird, soll ihm ein gleicher Bau - spiegelverkehrt - gegenüber gestellt werden, sodass ein X-Chromosom entsteht.

"Wo sollten sich Produkte der gedruckten und organischen Elektronik besser entwickeln als hier?", zeigte sich auch Michael Kleiner vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium begeistert. Entsprechend großzügig gaben sich Kleiner und seine Kollegen auch bei der finanziellen Förderung des Projektes.

Für die Konversion der Patton Barracks zum HIP - die Stadt investiert hier 14 Millionen Euro - steuerte das Land weitere 2,6 Millionen Euro bei. "Ich bin gespannt, was Sie mit diesem Geld auf den Weg bringen", sagte Kleiner gestern bei der Übergabe des Förderbescheides zu Würzner.

Der freute sich angesichts der stattlichen Summe und betonte, dass das Geld gut angelegt ist: "Der Innovationspark soll zum nationalen und internationalen Magnet für Start-up-Unternehmen werden." Gerade für die enge Kooperation mit Unternehmen aus den designierten Partnerstädten Palo Alto (USA) und Hangzhou (China) biete das Areal die "ideale Plattform".

Ohne die Hilfe des Landes wäre all das aber nicht denkbar, wie Konversionsbürgermeister Hans-Jürgen Heiß klar machte: "Finanziell ist das Projekt nur tragbar, wenn wir Unterstützung erhalten - auch in den kommenden Jahren."

Bisher läuft auf den Patton Barracks alles nach Plan: Rund 20 ehemalige militärische Büro-, Lager- und Werkstattgebäude wurden bereits abgerissen, noch in diesem Jahr starten die Hochbauarbeiten.

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