Amoklauf in Heidelberg

Wiener Waffenhändler trifft keine Schuld (Update)

Das Ermittlungsverfahren zum Amoklauf in Januar ist abgeschlossen.

24.01.2022 UPDATE: 29.08.2022 15:25 Uhr 33 Minuten, 7 Sekunden
Ermittler untersuchen am 24. Januar die Waffen des 18-Jährigen, die er drei Tage zuvor in Wien gekauft hatte. Mit einem Gewehr gab er im Hörsaal drei Schüsse ab und tötete eine Studentin, mit dem anderen erschoss er sich draußen selbst. Foto: dpa

Heidelberg. (RNZ/mare/dpa) Das Ermittlungsverfahren zum Amoklauf an der Heidelberger Uni am 24. Januar 2022 ist abgeschlossen. Das teilt die Staatsanwaltschaft Heidelberg mit.

Im Zuge der Aufklärung wurden umfangreiche Ermittlungen im persönlichen Umfeld des 18-Jährigen vorgenommen, um zu klären, ob es weitere Beteiligte gibt, die sich strafbar gemacht haben könnten. Anhaltspunkte für einen strafrechtlichen Vorwurf gegen weitere Personen haben sich hierbei nicht ergeben, weswegen das Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft Heidelberg nunmehr eingestellt worden ist.

Auch im Verfahren gegen den Inhaber sowie den Verkäufer eines Wiener Waffengeschäfts haben sich keine hinreichenden Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten ergeben, weswegen auch dieses Verfahren eingestellt wurde.

Die Abgabe der Tatwaffen war nach österreichischem Recht grundsätzlich erlaubt. Die Waffen wurden zwar unter Verletzung der dreitägigen sogenannten "Abkühlphase" an den späteren Täter abgegeben.

Allerdings war der 18-Jährige seit Langem fest entschlossen, die Tat zu begehen. So war der Zweck des österreichischen Waffengesetzes, Spontantaten zu verhindern, durch den Verstoß der Waffenhändler nicht berührt worden. Darüber hinaus war die Tat für den Händler auch nicht vorhersehbar, da der 18-Jährige angegeben hat, die Waffen zur Jagd zu benötigen. Bei dem Kauf der Waffen zeigte er gegenüber den Verkäufern zudem keine Auffälligkeiten, die auf eine Verwendung zu Straftaten hingedeutet hätten.

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Der 18 Jahre alte Student Nikolai G. hatte in einem Hörsaal der Universität im Neuenheimer Feld mit zwei Langwaffen eine 23 Jahre alte Studentin getötet, insgesamt acht weitere Studierende leicht verletzt und sich anschließend selbst erschossen.

An die getötete Studentin soll mit einem jährlich verliehenen Marie-Luise-Jung-Preis erinnert werden. Die mit 1500 Euro dotierte Auszeichnung soll an herausragende Absolventinnen mit Masterexamen gehen, die eine Promotion anstreben. Vor der Preisverleihung soll ein Tag des Miteinanders für Studienanfänger des Faches Biowissenschaften organisiert werden. Die Frau hatte Biowissenschaften studiert - ebenso wie der Amokläufer, der sein Opfer aber nicht kannte.

Update: Montag, 29. August 2022, 15.27 Uhr


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