Amoklauf in Heidelberg

Ein Jahr danach – Gedenken an getötete Studentin

Der 24. Januar 2022 war ein schwarzer Tag: Ein 18-Jähriger stürmte einen Hörsaal, schoss um sich und tötete dabei eine Frau. Die unfassbare Tat jährt sich nun zum ersten Mal.

20.01.2023 UPDATE: 20.01.2023 08:53 Uhr 1 Minute, 5 Sekunden
Das Universitätsgebäude Im Neuenheimer Feld 360: Hier stürmte ein 18-jähriger Student am 24. Januar das Tutorium zur Einführungsvorlesung „Organische Chemie für Biowissenschaftler“. In den Tagen danach erinnerten Blumen an das Geschehene. Archivfoto: Philipp Rothe

Heidelberg. (RNZ) Zum Jahrestag des Heidelberger Amoklaufs mit einer getöteten Studentin erinnert die Universität an die furchtbare Tat. Die Ruperto Carola, an der die 23-jährige Marie Luise Jung Biowissenschaften studierte, lädt am kommenden Dienstag zu einem musikalischen Gedenken ein. In der Aula der Neuen Universität wird ein Requiem des französischen Komponisten Gabriel Fauré zu hören sein. Beginn ist um 18 Uhr. Die Peterskirche ist an diesem Tag von 10 bis 22 Uhr als Ort der Stille, der Trauer und des Gebets geöffnet.

Auch die Studierendenvertreter nehmen den Tag zum Anlass, um zusammen mit dem städtischen Theater zu einer Veranstaltung zur Frage einzuladen, wie Gewalt an Hochschulen entsteht. Moderiert von Yalçin Yasar treffen im Zwinger 1 ab 20 Uhr verschiedene Perspektiven aufeinander: Peter Abelmann (Co-Vorsitzender der Verfassten Studierendenschaft), Ole Fuchs (Sozialreferat der Verfassten Studierendenschaft), Stefan Meyer (Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit der Verfassten Studierendenschaft), Prof. Christiane Schwieren (Gleichstellungsbeauftragte und Lehrstuhlinhaberin des Team Organizational Behaviour) sowie die Tutorin, die die Gewalttat in Heidelberg vor einem Jahr persönlich miterlebte. Die Schauspieler André Kuntze, Esra Schreier und Leon Maria Spiegelberg lesen dazu ausgewählte Texte. Tickets für die Veranstaltung in der Reihe "Zwinger X" gibt es unter www.theaterheidelberg.de, freie Preiswahl zwischen 3 und 19 Euro.

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Am 24. Januar 2022 hatte ein 18-Jähriger in einem Hörsaal im Neuenheimer Feld um sich geschossen. Marie Luise Jung wurde getötet, acht weitere Studierende wurden verletzt. Der Schütze, der ebenfalls Biowissenschaften studierte, aber sein Opfer nicht kannte, tötete sich anschließend selbst. Das Motiv ließ sich den Ermittlern zufolge nicht mit vollständiger Sicherheit klären. An die Studentin erinnert auch ein nach ihr benannter mit 1500 Euro dotierter Preis, den die Universität zusammen mit der Verfassten Studierendenschaft und dem Doktorandenkonvent initiiert hat. Er wird erstmals am 17. April verliehen.

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