Wie läuft das ab?

Medikationsanalyse in der Apotheke

Wie gut sich Medikamente vertragen, kann eine Analyse in der Apotheke klären. Sie wird nun von den Kassen gezahlt.

25.07.2022 UPDATE: 25.07.2022 09:46 Uhr 3 Minuten, 12 Sekunden
Eine Medikationsanalyse geht weit über die Beratung hinaus, die man beim Einlösen eines Rezeptes in der Apotheke bekommt. Foto: Benjamin Nolte/dpa

Dannenberg (dpa) - Morgens zwei Tabletten, abends drei: Wer eine ganze Handvoll unterschiedliche Medikamente am Tag nimmt, fragt sich womöglich: Vertragen sich all diese Präparate überhaupt?

Vor allem ältere Menschen sind von der sogenannten Polymedikation betroffen. Ein Viertel der Patientinnen und Patienten über 70 Jahre nimmt fünf oder mehr Medikamente. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Es gibt aber ein Angebot, das den Inhalt der Pillendose auf den Prüfstand stellt - eine Medikationsanalyse in der Apotheke. Die gute Nachricht: Seit Mitte Juni tragen die Krankenversicherungen die Kosten dafür. Und zwar einmal pro Jahr für alle, die dauerhaft mindestens fünf ärztlich verordnete Medikamente einnehmen.

Fragen und Antworten im Überblick:

Warum ist eine Medikationsanalyse sinnvoll?

"Bei der Medikation sind häufig mehrere Ärztinnen und Ärzte beteiligt", beobachtet Alexander Schmitz aus Dannenberg, der insgesamt fünf Apotheken betreibt. Die Hausärztin verschreibt ein Medikament, der Kardiologe zwei weitere. Und zwar ohne, dass jemand die Medikation in ihrer Gesamtheit im Blick hat.

Zwar gibt es durchaus auch die aufmerksame Stammapothekerin, die stutzig wird bei der Kombination von Medikamenten, die sie über die Zeit herausgibt. "Allerdings gehen viele Patienten zu unterschiedlichen Apotheken und haben gar nicht eine Anlaufstelle, um ihre Rezepte einzulösen", sagt Schmitz.

Hier kommt die Medikationsanalyse ins Spiel. Dabei gibt ein Apotheker oder eine Apothekerin eine fachliche Einschätzung, ob die Medikamente in ihrer Gesamtheit optimal eingestellt sind. So lassen sich im besten Fall unerwünschte, womöglich sogar gefährliche, Wechselwirkungen vermeiden oder Nebenwirkungen abmildern.

Je mehr Medikamente zusammenkommen, desto wichtiger ist so ein Überblick. Denn bei einigen Menschen sind es eben nicht fünf Präparate, die auf dem Plan stehen. Sondern auch mal zehn oder fünfzehn. "Dass das gefährlich werden kann, ist wohl für jeden ersichtlich", so Apotheker Schmitz.

Was ist der erste Schritt?

Fix zur Apotheke um die Ecke und die Pillendose auf den Tresen legen? Ganz so einfach ist es nicht. "Im ersten Schritt muss man sich vergewissern, dass die eigene Apotheke überhaupt eine Medikationsanalyse anbietet", sagt Schmitz. Im Zweifel hilft ...