Mannheim

Phoenix befürchtet Medikamenten-Engpässe (Update)

Der Vorstand spricht von einem soliden Geschäftsjahr - und zeigt sich optimistisch mit Blick auf die Zukunft. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben in Deutschland Marktführer.

15.05.2024 UPDATE: 15.05.2024 14:04 Uhr 1 Minute, 40 Sekunden

Symbolfoto: dpa-Archiv

Von Gaby Booth

Mannheim. Die gute Nachricht zuerst: Die vor dreißig Jahren in Mannheim begonnene Erfolgsgeschichte der Phoenix Group geht weiter. "Wir verzeichnen ein robustes Wachstum und eine Expansion auf stabiler Basis. Und wir blicken auf ein solides Geschäftsjahr 2023/24 zurück", fasste Sven Seidel, Chef von Phoenix Pharma, am Mittwoch in der Bilanzpressekonferenz zusammen. "Das erste Quartal 2024 bestätigt diesen positiven Trend auch für die Zukunft", ergänzte Finanzchef Carsten Sauerland. Die weniger gute Nachricht: Das Problem der Lieferengpässe bei Medikamenten wird auch auf absehbare Zeit eine Herausforderung für den Pharmahändler bleiben. Seidel: "Da sehe ich kein Licht am Ende des Tunnels." Um die Lücken zu füllen und die Kunden möglichst zuverlässig zu bedienen, habe man spezielle Tools entwickelt.

Die vergangenen drei Jahrzehnte verliefen für den Pharmagroßhändler, der heute in 29 europäischen Ländern aktiv ist, Apotheken, Ärzte und medizinische Einrichtungen beliefert, überaus positiv. Der Umsatz stieg im abgeschlossenen Geschäftsjahr um fast 30 Prozent auf 47,1 Milliarden Euro und ist in allen europäischen Regionen, in denen Phoenix tätig ist, gewachsen. Deutschland ist und bleibt der größte Markt, aber auch Italien und Frankreich sind stark, erreichen zusammen das deutsche Ergebnis.

Eine Herausforderung bleiben neben den Lieferengpässen die stark gestiegenen Kosten für Energie und Transport sowie die Gewinnung von Fachkräften. In Deutschland sind 5000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, sorgen dafür, dass Apotheken rechtzeitig und zuverlässig mit Medikamenten versorgt werden. "Im Heimatmarkt haben wir eine führende Marktposition und sind stabil", so Seidel. 9600 Apotheken gehören zum deutschen Liefernetz. Der deutsche Markt zeichne sich weiterhin durch eine hohe Wettbewerbsintensität aus. Die Folgen des Kriegs in der Ukraine, höhere Zins- Transport- und Energiekosten mussten gemeistert werden. Für das kommende Geschäftsjahr bleibt Phoenix ehrgeizig und will durch organisches Wachstum und weitere Akquisitionen in Europa, "wo sich die Gelegenheit bietet", seine Umsatzerlöse steigern. Gleichzeitig will das Unternehmen die Verschuldung reduzieren und die Effizienz steigern.

Was die Lieferengpässe bei Medikamenten angeht, bleibt das nach Ansicht von Sven Seidel auf absehbare Zeit ein Problem. Momentan sei jede zweite Bestellung aus dem Großhandel unvollständig, die Verfügbarkeit der Artikel ändere sich ständig, was einen hohen operativen Aufwand für die Mitarbeiter bedeute. "Wir kämpfen jeden Tag, aber wir kommen zurecht." Bei rund 1000 Medikamenten von Antibiotika bis Bluthochdrucksenkern komme es immer wieder zu Lieferschwierigkeiten.

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Im wachsenden Onlinehandel erkennt die Geschäftsführung zwar ein Problem, aber auch eine Chance. Durch die Kombination von Großhandel, Einzelhandel und E-Commerce will Phoenix neue Wege gehen und die Position der Apotheken stärken. "Wir sind schneller als der Versandhandel und sicherer bei der Lieferung von Medikamenten", so Seidel.

Update: Mittwoch, 15. Mai 2024, 19.54 Uhr

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