Heidelberg

Bildhauer und Grafiker Klaus Horstmann-Czech ist tot

Er starb im Alter von 79 Jahren in Heidelberg. Sein Credo war: "Ich will mich mit Harmonie beschäftigen."

08.06.2022 UPDATE: 09.06.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 8 Sekunden
„Hommage an Goethe“ heißt diese Skulptur von Klaus Horstmann-Czech in der Nähe der Stadtbücherei. Ihre Formen beziehen sich auf den „Stein des guten Glücks“ in Weimar. F.: Rothe

Von Matthias Roth

Heidelberg. Er war ein Ästhet. Bevorzugte klare Formen: Kugel, Würfel, Zylinder. Und edle Materialien: weißen Carrara-Marmor, schwarzen Granit aus Zimbabwe, Bronze, Edelstahl, Aluminium. Mehrere Skulpturen von Klaus Horstmann-Czech, der 79-jährig gestorben ist, sind in Heidelberg und der näheren Umgebung aus seiner Werkstatt – die lange auf dem Kohlhof beheimatet war – zu sehen: Die meisten Heidelberger kennen die fast unscheinbare Brunnenplastik "Flower" (1978) in der Fußgängerzone (Hauptstraße / Ecke Brunnengasse).

Die Großskulptur "Dialog" aus weißem Carrara-Marmor und Bronze steht vor dem Springer-Verlagshaus, "Atlantis" (1995), ebenfalls aus Marmor, begrüßt den Besucher der Orthopädischen Klinik in Schlierbach, und seine "Hommage an Goethe", 1991 für Weimar konzipiert, steht seit 2013 vor der Stadtbücherei. Seine Arbeiten sind aber auch an öffentlichen Plätzen in Berlin-Zehlendorf, auf Sardinien, in Wiesloch, Ulm, Neckargemünd oder in Dänemark zu finden. Auch der Geburtsort Aussig (Niederböhmen) hat seinem Künstlersohn inzwischen Ehre erwiesen.

Horstmann-Czech kam mit seinen Eltern als Fünfjähriger nach Heidelberg und ging hier zur Schule, bis er sich 1965 entschloss, nach Berlin aufzubrechen, um eine Grafikausbildung zu vollenden. 1974 entwarf er erste Plastiken und studierte schließlich (mit bereits über 30!) 1975-78 bei einem der damals berühmtesten deutschen Bildhauer, Prof. Berhard Heiliger, an der Hochschule der Künste Berlin. Über diesen lernte er wohl das Werk von Constantin Brâncusi kennen, das großen Einfluss auf ihn ausübte.

1985 kehrte Horstmann-Czech nach Heidelberg zurück, wo er auf Vermittlung von Oberbürgermeister Reinhold Zundel die Braunbehrens-Villa (Nr. 9) auf dem Kohlhof beziehen konnte, die vor ihm schon der Komponist Wolfgang Fortner bewohnte hatte.

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Kreative Zeit auf dem Kohlhof

Bis 2016 war dies Horstmann-Czechs Domizil. Hier besuchte ihn auch im September 2001 eine Gruppe von RNZ-Lesern im Rahmen der "Woche der Zeitung" und bestaunte unter anderem seine "Durchlaufende Kugel (drei Phasen)", eine Großplastik aus schwarz bemaltem Aluminium, die, von wildem Gestrüpp umwuchert, in seinem Garten lag. (Eine Ausfertigung in Eisen besitzt die Mannheimer Kunsthalle.)

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