Hintergrund: Radweg Neckargemünd-Rainbach

21.03.2016 UPDATE: 21.03.2016 20:00 Uhr 50 Sekunden

Neckargemünd. (cm) "Warum wird hier für zwei Millionen Euro ein Radweg gebaut, den man dann gar nicht benutzen muss?" Joachim Bergsträsser wundert sich doch sehr. Der SPD-Stadtrat und Ortsvorsteher des Stadtteils Mückenloch kritisiert die fehlende Benutzungspflicht für den neuen Radweg zwischen Neckargemünd und dem Ortsteil Rainbach entlang der Kreisstraße 4200, der vor Kurzem fertiggestellt und noch einmal teurer geworden ist als geplant (siehe Artikel oben). Aber ist das wirklich so? Können Radfahrer weiter auf der Straße fahren?

"Für den Fahrradweg Neckargemünd-Rainbach besteht tatsächlich keine Benutzungspflicht", erklärt Silke Hartmann, Sprecherin des Landratsamtes des Rhein-Neckar-Kreises in Heidelberg als Bauherr. "Der Fahrradfahrer kann auch auf die Straße ausweichen." In den letzten Jahren sei man seit der Novellierung der Straßenverkehrsordnung von der klassischen Fahrradwegbeschilderung abgekommen. Diese wäre ein rundes blaues Schild mit einem weißen Fahrradsymbol. Zwischen Neckargemünd und Rainbach hängt jedoch lediglich das Schild "Fahrrad frei". Dadurch besteht laut Hartmann eine Wahlpflicht und die Fahrradfahrer müssten dann nicht ausschließlich den Fahrradweg nutzen. Dies führe zu weniger Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung, weil insbesondere Rennradfahrer oft nicht einen vorhandenen Radweg benutzen und lieber auf der Straße fahren.

Wo also kein blaues Schild vorhanden ist, besteht auch keine Benutzungspflicht für den Fahrradweg. Dann dürfen Radler auch trotz des vorhandenen Radwegs die Straßenfahrbahn benutzen.