Prozess in Sinsheim

Betrunkener Eschelbronner beleidigt Supermarkt-Angestellte als "Kurwa"

"Ohne Alkohol ist er ein wirklich netter Mensch": 59-Jähriger musste sich vor Amtsgericht verantworten, weil er eine Frau als "Schlampe" tituliert hatte.

22.09.2022 UPDATE: 22.09.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 4 Sekunden
Statue Justitia
Foto: Peter Steffen/dpa/picture alliance

Eschelbronn/Sinsheim. (fro) 200 Euro wird es einen Mann aus Eschelbronn kosten, weil er zwei Worte gesagt hat – die hatten es jedoch in sich. Er wurde im Sinsheimer Amtsgericht wegen vorsätzlichen Vollrauschs verurteilt, weil er mit rund drei Promille Alkohol im Atem eine Angestellte des Eschelbronner Supermarkts als "Kurwa" und der deutschen Variante "Schlampe" betitelt hatte.

Laut Staatsanwaltschaft hatte sich alles im Januar ereignet, als der 59-Jährige gegen 10.15 Uhr ziemlich betrunken im Supermarkt auftauchte. Da er dort schon Hausverbot hatte, wollten die Mitarbeiterinnen den Mann wieder rauswerfen, was dieser mit den Beschimpfungen quittierte. Als dann schließlich die Polizei kam, musste er den Alkoholtest machen – laut der Polizistin eine "ziemlich schwierige" Angelegenheit, der Mann habe "ziemlich taumelig" an einer Wand gelehnt und sich dann setzen müssen.

Auch die geschädigte Angestellte sagte, dass der Mann "total betrunken" war. Sie und ihre Kollegen wollten den Mann des Ladens verweisen, weil er schon öfter Kunden angepöbelt und Mitarbeiterinnen beleidigt habe, zudem wurde er mal beim Stehlen erwischt. Dann habe der Mann ihr vorgeworfen, "jeden Tag einen anderen Mann im Bett" zu haben und das mit dem polnischen Wort "Kurwa" kommentiert, was auf Deutsch etwa mit "Schlampe" übersetzt werden kann. Aber auch die deutsche Variante habe er zu ihr gesagt. "Ohne Alkohol ist er ein wirklich netter Mensch", betonte die Geschädigte jedoch auch. Sie kenne ihn vom Sehen und er grüße auch immer freundlich. Wenn er jedoch betrunken in den Markt kommt, bliebe den Mitarbeitern keine andere Möglichkeit, als ihn rauszuwerfen.

"Ich respektiere Frauen generell", ließ der Angeklagte seinen Dolmetscher übersetzen. Er sprach mit leiser Stimme und blickte zumeist auf den Tisch, vor dem er saß. Wer ihn kenne, der wüsste, dass er eine Frau "nie so beleidigen würde". Im Polnischen werde "Kurwa" außerdem auch als ein Fluch im Sinne von "Scheiße" genutzt, er habe wohl vor sich hin geflucht. Erinnern könne er sich an den Vorfall aber sowieso nicht mehr. "Ich weiß es nicht", gab er zu den Vorwürfen zu Protokoll. Außerdem entschuldigte er sich mehrmals bei der Frau.

Dass es überhaupt zur Verhandlung kam, hatte daran gelegen, dass der Mann Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt hatte. Richterin Hönes erklärte dem Beschuldigten, dass er voraussichtlich bestraft werde. Wenn er den Einspruch beschränke und die Aktion einräume, könnte die Strafe begrenzt werden. "Ich kenne mich nicht aus", und er wisse nicht, wie das alles verlaufe, sagte der Angeklagte. Wenn er eine Strafe ...

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