Neckargemünd/Bammental

Die Tafeln sind an ihren Grenzen

Lebensmittelspenden sind jetzt auch in den Gotteshäusern der Gemeinden möglich.

13.06.2022 UPDATE: 14.06.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 3 Sekunden
Solche Sammelkästen stehen jetzt in Kirchen der Seelsorgeeinheit. Foto: nah

Neckargemünd/Bammental. (nah) Die Situation in der Neckargemünder Tafel mit ihren Filialen in Schönau und Bammental bleibt angespannt. Die Zahl der Menschen wächst, die sich die steigenden Preise der Lebensmittelmärkte nicht mehr leisten können. Das allein ist schon für die Tafel eine große Herausforderung. Doch mit den Geflüchteten aus der Ukraine hat sich die Situation noch verschärft. "Es steht schlecht, ganz schlecht", war von den Ehrenamtlichen der Tafel zu hören.

Das Angebot der katholischen Seelsorgeeinheit Neckar-Elsenz, ab sofort auch Sammelkästen für Lebensmittel in der Kirche aufzustellen, nahm die Tafel gerne an. Pfarrer Tobias Streit, Pastoralreferent Michael Hartmann, Rita Hütter als Vorsitzende der Neckargemünder Tafel und ihre Mitarbeiterinnen Uschi Schuler sowie Petra Pogontke trafen sich in der katholischen Kirche in Bammental, um auf dieses weitere Angebot aufmerksam zu machen. Pfarrer Streit begründete diesen Schritt: "Es ist der kirchliche Grundauftrag, etwas zu tun, Menschen in Not zu helfen, für Bedürftige und Arme da zu sein." Deshalb unterstütze man die Tafel in ihren Bemühungen und mache auf das Problem auch im kirchlichen Raum aufmerksam. Michael Hartmann vom Gemeindeteam ist in dieser Sache der Ansprechpartner vor Ort.

Der kleine Tafel-Verkaufsladen in Neckargemünd stoße an Öffnungstagen ganz klar an seine Grenzen, wie Hütter berichtete. 55 Geflüchtete aus der Ukraine hätten für Lebensmittel angestanden, hinzu gekommen seien weitere 45 Bedürftige aus der Region. Der Andrang habe in drei Stunden bewältigt werden müssen. Eben weil die Tafel von Ehrenamtlichen organisiert wird und die Belastung groß ist, wächst die Frustration: "Wir fühlen uns da auch von der Stadt allein gelassen", stellte die Tafel-Vorsitzende fest.

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Die Tafel selbst unternimmt schon alle ihr möglichen Anstrengungen. Und dazu gehört auch, dass Mitarbeiterinnen vor den Lebensmittelmärkten stehen, informieren und Einkaufende um Lebensmittelspenden bitten. Die Zahl der Waren, die die Märkte an die Tafel abgeben, ist stark zurückgegangen. "Frischware wie Obst und Gemüse erhalten wir so gut wie gar keine mehr und das gilt auch für Milch- und Molkereiprodukte", erklärte Hütter. Deshalb helfe es der Tafel auch weiter, wenn neben Spenden haltbarer Lebensmittel Einkaufsgutscheine der Märkte für die Tafel erworben werden. Die Einkaufsgutscheine können im Pfarrbüro abgegeben werden. Dort wird bei Vorlage des Kassenbelegs und der Adresse auch gerne eine Spendenquittung ...

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