Edingen-Neckarhausen

Bürgermeister Simon Michler kehrt seiner Gemeinde den Rücken

Michler geht bereits Ende September und wechselt nach Niederstetten. Es ist kein Abschied im Guten und ein seltsamer Neuanfang.

28.07.2022 UPDATE: 28.07.2022 20:15 Uhr 3 Minuten, 29 Sekunden
Simon Michler bei seiner Vereidigung in Edingen-Neckarhausen. Foto: Pilz

Von Katharina Schröder

Edingen-Neckarhausen. Nach sechseinhalb Jahren als Bürgermeister von Edingen-Neckarhausen verabschiedet sich Simon Michler (CDU) vorzeitig. Wie er am späten Dienstagabend mitteilte, wird er in Niederstetten ab Oktober Amtsverweser und Hauptamtsleiter sein. Sein langfristiges Ziel ist es, Bürgermeister in der 5000-Einwohner-Stadt im Main-Tauber-Kreis zu werden. Mit dem Zeitpunkt hat er sowohl die Mitglieder des Edingen-Neckarhäuser Gemeinderats als auch seine Verwaltungsmitarbeiter überrumpelt. Letztere informierte er in einer E-Mail am Dienstagabend kurz vor Mitternacht über den Schritt.

Vorausgegangen waren dieser Entscheidung heftige Spannungen mit Teilen des Gemeinderats. Auch aus der Verwaltung gab es immer mal wieder Kritik an Michler und seinem Führungsstil. Nach Informationen der RNZ führt das Edingen-Neckarhäuser Rathaus seit Juni auf Antrag des Gemeinderats eine anonyme Mitarbeiterbefragung durch. Wobei es deutliche Verbesserungen in der angespannten Lage gab, seit Michler im Februar erklärte, nicht noch einmal in Edingen-Neckarhausen zu kandidieren.

In einer schriftlichen Stellungnahme zu seinem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Amt findet Michler deutliche Worte: "In Edingen-Neckarhausen war ich vom ersten Tag an teilweise heftigen persönlichen Angriffen ausgesetzt, die spätestens seit Juni 2021 das menschlich erträgliche Maß für meine Familie und mich deutlich überschritten haben."

Niederstetten war nicht Michlers erster Versuch, die Doppelgemeinde hinter sich zu lassen. Im Juli 2021 kandidierte er bei der Oberbürgermeisterwahl in Schwäbisch Hall. Dort hatte er im ersten Wahldurchgang 21,6 Prozent der Stimmen geholt und war damit Zweitplatzierter, im zweiten trat er mangels erfolgversprechender Aussicht nicht mehr an. Nun also wird Michler Amtsverweser und Hauptamtsleiter in Niederstetten.

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Ausgeschrieben war die Stelle ab Ende Juni, laut dem stellvertretenden Bürgermeister Ulrich Roth gab es Anfang Juli den ersten Kontakt zwischen Michler und den Vertretern der Kleinstadt. Bereits am Mittwoch vergangener Woche wählte der dortige Gemeinderat ihn zum Hauptamtsleiter als Beamter auf Lebenszeit, vergangenen Mittwoch schließlich zum Amtsverweser.

Denn im Rathaus der Kleinstadt ist einiges los: Die bisherige Bürgermeisterin, Heike Naber (CDU),

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