Neckargemünd

Neben dem Café zieht nun ein Notar und keine Eisdiele ein

Die Nutzungsänderung wurde knapp mit sieben zu sechs Stimmen entschieden.

03.07.2024 UPDATE: 03.07.2024 04:00 Uhr 1 Minute, 24 Sekunden
Neben der Kaffeerösterei (rechts) hat künftig ein Notar eine Außenstelle. Foto: Alex

Neckargemünd. (cm) Die Kaffeerösterei mit zwischenzeitlich geschlossenem und dann wieder geöffnetem Café im ehemaligen Modehaus Leist hat schon häufiger für Schlagzeilen gesorgt. In noch ungenutzten Teilen des Gebäudes sollte zunächst ein Juwelier einziehen und später eine Eisdiele. Im Januar lag dem Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr dann ein Bauantrag zu einer Nutzungsänderung von Eisdiele in Büro vor, der mit sechs zu fünf Stimmen bei vier Enthaltungen knapp abgelehnt worden war. Nun stand derselbe Antrag erneut auf der Tagesordnung – und wurde genehmigt.

Im Winter war laut Protokoll der
Sitzung neben Zustimmung auch Ablehnung vorgebracht worden. Es wurde seinerzeit bemängelt, das sich die Nutzungsänderung bereits "im Vollzug" befände. Grundsätzlich sei eine Außenstelle eines Notars begrüßenswert, allerdings nicht in den Räumen eines Ladengeschäfts, hieß es.

Gewünscht wurde die Nutzung als Lebensmittel- oder Verkaufsgeschäft, da die zentrale Lage am Marktplatz mit den großen Schaufenstern dies gebiete. Befürwortet wurde die Nutzungsänderung im Hinblick darauf, dass die Nutzung als Büro dem Leerstand vorzuziehen sei. Auch die geringe Ladenfläche und die mangelnde Lagerfläche erschwere die Ansiedelung eines Verkaufsgeschäfts, wie es damals hieß.

"Ich hatte damals schon gesagt, dass es so kommt", meinte Bürgermeister Frank Volk nun. "Das Landratsamt hat nichts dagegen, wenn in einem Verkaufsraum ein Notar angesiedelt wird." Nun gebe es zwei Möglichkeiten. "Entweder wir genehmigen es oder das Landratsamt macht es", ergänzte Cedric Waxmann von der Stadtverwaltung. Die Entscheidung lag also nun nicht mehr in Neckargemünd, der Ausschuss hätte den Antrag nach Ansicht des Landratsamts nicht ablehnen dürfen.

"Seien wir doch froh, wenn ein Notar Frequenz in die Altstadt bringt", sah Bürgermeister Volk das Positive. Der Leerstand sei vorbei. Während Thomas Schmitz (Grüne) die Entwicklung nicht gut fand, sah es Marco La Licata (Linke) pragmatisch: "Das Ganze ist baurechtlich zulässig und wir müssen es zulassen", sagte er.

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Schmitz wies darauf hin, dass aber nicht zugestimmt werden müsse. Dann werde, so Volk, das Landratsamt das nicht erteilte Einvernehmen eben ersetzen. Petra Groesser (Grüne) betonte: "Wir müssen aber auch zum Wohle Neckargemünds entscheiden." Am Ende war es knapp: Sieben Stimmen für die Nutzungsänderung, sechs dagegen.

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