Tödlicher Polizeieinsatz in Mosbach

Noch keine neuen Erkenntnisse

Die Rekonstruktion durch die Ermittler läuft noch.

24.01.2023 UPDATE: 24.01.2023 06:00 Uhr 46 Sekunden
Vor dem Haus im Erlenweg in Mosbach-Neckarelz erinnern Kerzen, Blumen, Steine und ein Bild des erschossenen Mannes mit seinen Kindern an die tragischen Ereignisse. Foto: Jörn Ludwig

Neckarelz. (cao) Elf Tage sind seit den tragischen Ereignissen in Neckarelz vergangen. Neue Erkenntnisse zum polizeilichen Schusswaffeneinsatz mit Todesfolge gibt es derweil kaum. Die Ermittlungen dauern an, teilt das Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart auf RNZ-Anfrage mit. Der Abschlussbericht der Rechtsmedizin sowie das toxikologische Gutachten stünden noch aus, erklärt LKA-Sprecher David Fritsch. Erst wenn diese Untersuchungen abgeschlossen sind, werde man die Öffentlichkeit über den Fortschritt der Ermittlungen informieren.

Eine Augenzeugin hatte vergangene Woche von zwei Schüssen berichtet, die den mit einem "Riesenmesser" bewaffneten 46-jährigen Mann im Erlenweg in den Bauch getroffen haben sollen. Aus ihrer Sicht hatte der junge Polizist keine andere Wahl, als von seiner Dienstwaffe Gebrauch zu machen. Das LKA wollte diese Einschätzung weder bestätigen noch dementierten. Man habe zahlreiche Zeugen vernommen, um die Geschehnisse umfänglich rekonstruieren zu können, und werde darüber zu gegebener Zeit informieren, so Fritsch.

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Der in Mosbach geborene und in Karlsruhe ansässige Rechtsanwalt Siniša-Felix Pinteric äußert indessen Zweifel, "ob der Schusswaffengebrauch sowie die Tötung des Menschen objektiv geboten und notwendig waren". Er habe schon einige Fälle von polizeilichem Waffengebrauch verhandelt und dabei stets ein "spannungsreiches Konfliktfeld" erlebt. Den Hinterbliebenen bietet er an, sie "pro bono" zu vertreten, "um die Vorgänge lückenlos zu klären".

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