Mosbach

Altes Schlachthaus in Kunstlabor verwandelt

Vielfältig, überraschend, familienfreundlich: Die Werkschau "Post Produktion" ist nur am morgigen Sonntag zu sehen.

19.11.2022 UPDATE: 19.11.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 13 Sekunden
Eine Woche Raumerkundung gipfelt am Sonntag in einer Werkschau im Alten Schlachthaus. Diese bereiten Studierende der Stuttgarter Kunstakademie gerade vor. Foto: Peter Lahr

Von Peter Lahr

Mosbach. Die seltene Möglichkeit, jungen Künstlerinnen und Künstlern gewissermaßen über die Schultern zu schauen, ergibt sich am Sonntag, 20. November im Alten Schlachthaus. Denn ab 11 Uhr verwandelt die Klasse Windelen der Stuttgarter Akademie das Domizil des Kunstvereins Neckar-Odenwald in ein begehbares Kunstlabor. Eine Woche Vorlauf hatten die 14 Kreativen, um sich auf den Raum einzulassen und zu reagieren. Beim Pressetermin am Donnerstag zeichneten sich schon einige elementare Bestandteile der "Post Produktion" betitelten Werkschau ab.

"Wir sind hier an einem anderen Ort, in einer anderen Stadt. Das Andere zu spüren, war wichtig für uns", erklärt Jaewon Park, die die Klasse der mittlerweile emeritierten Professorin Susanne Windelen zusammen mit Lisa Moll betreut. "Unser Ziel ist weniger eine fertige Ausstellung. Die Studierenden lernen eher, wie künstlerische Arbeitsprozesse funktionieren", betont Park. "Früher wurde hier Fleisch produziert, jetzt kommen Künstler und produzieren Gedanken", erläutert die Dozentin den Titel des Projekts.

Den Raum und seine Geschichte haben die jungen Kreativen sich ganz genau angeschaut. Hernach die bestehenden "Lücken" mit Fantasie befüllt. Den ersten "krassen Gefühlen" folgten performative und zeichnerische Aktionen. "Daraus entwickeln sich Gedankengänge, die später ihre Form in Installation, Sound und Performance finden." So viel die Theorie.

Für alle neu war die erste Annäherung an den Raum mittels stimmlicher Improvisation. Gemeinsam und mit geschlossenen Augen gab die Gruppe ihren Empfindungen Ausdruck. Klänge und Töne verbinden sich, einzelne Rhythmen entstehen, Wiederholungen und Klangbilder. Folgerichtig wird auch eine Live-Performance auf dem Programm stehen. Darüber hinaus werde es familienfreundliche Angebote geben, bei denen auch Kinder aktiv werden können.

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Die Gefühle und Assoziationen der Studierenden sind vielfältig und mitunter durchaus widerstreitend. Denn der Tod der Tiere einst, er stand im Kreislauf der Ernährung. Festlichkeiten und Rituale bilden deshalb ein Gegenthema zum Tod; aber auch Kindheitserinnerungen tauchen auf.

Evangelia Ntouni geht von der Oberflächenstruktur der Wände aus, macht diese sichtbar. Maja Beckbissinger bringt mit Lammfellen, Skizzenbüchern und einem Kopfhörer Häuslichkeit in den Raum. Aus ...

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