Ausbruch jederzeit möglich

Neckar-Odenwald-Kreis rüstet sich gegen die Schweinepest

Nachdem die Tierseuche Baden-Württemberg erreicht hat, ist auch ein Ausbruch im Neckar-Odenwald-Kreis jederzeit möglich.

07.06.2022 UPDATE: 08.06.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 23 Sekunden
Übung mit der aufgebauten Desinfektionsschleuse, die für kontaminierte Fahrzeuge und Geräte genutzt werden soll. Mitglieder der Feuerwehren im Neckar-Odenwald-Kreis wurden bereits unterwiesen und haben das Vorgehen im Ernstfall erprobt. Foto: Landratsamt

Neckar-Odenwald-Kreis. (lra) Ende Mai wurden in einem Mastschweinebetrieb im Landkreis Emmendingen die ersten Infektionen mit der Afrikanischen Schweinepest in Baden-Württemberg nachgewiesen. Im Neckar-Odenwald-Kreis sind bisher noch keine Fälle der Tierseuche bekannt. Der Landkreis sei für einen Ausbruch der Tierseuche jedoch vorbereitet und treffe stetig weitere Vorkehrungen, teilt das Landratsamt mit.

Auf den Neckar-Odenwald-Kreis habe der Ausbruch in Emmendingen somit keine unmittelbaren Auswirkungen. Denn die für den Menschen unbedenkliche Afrikanische Schweinepest sei ein Thema, mit dem sich die Landkreisverwaltung schon seit mehreren Jahren beschäftige. "Insbesondere durch das Verhalten des Menschen, zum Beispiel durch unsachgemäße Entsorgung von Speiseresten an Raststätten oder im Wald, verbreitet sich das Virus um einiges schneller, als es normalerweise der Fall wäre. Wann genau es den Neckar-Odenwald-Kreis erreicht, ist unklar, allerdings ist jederzeit mit einem Ausbruch der Seuche zu rechnen", sagt Dr. Ulrich Bennemann, Leiter des Fachdienstes Veterinärwesen beim Landratsamt.

Die Pläne für den Ernstfall wurden in Zusammenarbeit des Fachdienstes Veterinärwesen und der Stabsstelle Feuerwehr und Bevölkerungsschutz entwickelt: Wird ein infiziertes Wildschwein gefunden, wird das betroffene Gebiet ausgewiesen und mit Restriktionen belegt werden. "Dazu können Jagdruhe, Verbote der Nutzung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen bis hin zu Betretungsverboten gehören. Die Gebiete müssen dann regelmäßig nach Kadavern abgesucht, diese virologisch untersucht und unschädlich beseitigt werden", erklärt der Tiermediziner Bennemann. Um die Kernzone wird man versuchen, Schutzzäune zu errichten, um infizierte Wildschweine im Gebiet zu halten und die Verbreitung des Erregers zu stoppen. Zudem können speziell dafür ausgebildete Kadaversuchhunde eingesetzt werden.

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Um für diesen Einsatz gerüstet zu sein, wurde im letzten Jahr unter Federführung der Stabsstelle Feuerwehr und Bevölkerungsschutz zudem eine mobile Desinfektionsschleuse für Fahrzeuge und Geräte beschafft. Diese dient vor allem als Vorkehrung gegen die Ausbreitung von Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest, kann jedoch auch für andere Desinfektionszwecke eingesetzt werden. "Mit der Desinfektionsschleuse sind wir im Falle eines Ausbruchs gut gerüstet. Der Landkreis hat rund 20 000 Euro investiert, um schnell und flexibel auf Einsatzgeschehen im Zusammenhang mit Tierseuchen reagieren zu können. Damit sind wir sehr gut ...

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