Neckarelz

Rekordbeteiligung bei der Gewerbeschau "Neckar & Elz Aktiv" (plus Fotogalerie)

58 Aussteller waren auf 1800 Quadratmetern präsent. Dabei gab es auch Palmen am Neckarstrand.

25.03.2024 UPDATE: 25.03.2024 04:00 Uhr 3 Minuten, 51 Sekunden
Wie eine Messe unter Palmen war die Gewerbeschau „Neckar & Elz Aktiv“ in der und rund um die Pattberghalle. Foto: Lahr

Von Peter Lahr
Neckarelz. Bereits zum offiziellen Start, eine halbe Stunde vor Hallenöffnung, konnten die Organisatoren Roland Käsmann und Marcus Kolbert am Samstagvormittag rund 100 Gäste im Foyer der Pattberghalle begrüßen. Die vierte Ausgabe der Gewerbeschau "Neckar & Elz Aktiv" punktete gleich mit starken Zahlen: "Wir haben eine Rekordbeteiligung von 58 Ausstellern – bei der letzten Gewerbeschau vor zwei Jahren waren es noch 50."

Bevor sich die Besucher über Neuheiten auf 1800 Quadratmetern in und vor der Pattberghalle informierten, gratulierte bereits die politische Prominenz den Ausstellungsmachern, die mit ihrem Engagement zeigten, dass hier doch was geht – und man sich nicht vom deutschlandweit verbreiteten Jammer-Virus anstecken lässt.

"Fit Line oder Haupt Fach", vor dieser rätselhaften Alternative standen die Gäste während des kurzen Begrüßungsteils in der Pattberg-Mensa, in der dieses Jahr das Mosbacher Brauhaus einen Mittagstisch anbot.

Doch zunächst ging es bei Sekt und Laugengebäck um den Kern der Veranstaltung: "Ich freue mich, dass Sie diesen Morgen für eine wichtige wirtschaftliche Säule der Region reserviert haben", betonte Roland Käsmann. Die vierte Ausgabe der Gewerbeschau habe die Erwartungen der Veranstalter übertroffen.

Besonders freute sich der Vorsitzende des Gewerbevereins über die rührigen Mitglieder, die hier zu 80 Prozent Präsenz zeigten. Neue Produkte und viel Erfahrung könne man aus erster Hand erleben.

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Mosbach-Neckarelz: Gewerbeschau "Neckar & Elz Aktiv" am Wochenende

Das Angebot reiche von A wie Automobile bis Z wie Zimmerei. Handwerksbetriebe, Dienstleister und das Handelssegment beteiligten sich an der zweitägigen Veranstaltung, die – besonders im Außenbereich – immer wieder mit regnerischem Wetter zu kämpfen hatte.

Die grandiose Vielfalt der regionalen Wirtschaft lobte Schirmherr Julian Stipp. Mosbachs Oberbürgermeister überraschten die aktuellen Zahlen des ifo-Geschäftsklimaindex, die einen Tag vor Messebeginn eine aufgehellte Stimmung anzeigten.

Zwar beklagten sich die Menschen vor Ort vielfach über die hohen Energiekosten und eine große bürokratische Last, doch ließen sie sich davon nicht entmutigen. Gleichwohl stehe gerade die Mosbacher Innenstadt vor einem großen Wandel. Da sei es umso wichtiger, dass die regionale Wirtschaft mit der Gewerbeschau ein klares Zeichen setze.

Zudem biete die Messe auch für die Gewerbetreibenden eine gute Möglichkeit, sich zu vernetzen und Kontakte zu knüpfen. "Die Gewerbeschau ist ein Format, das Zukunft hat. Das zeigt allein die Rekordbeteiligung", so Stipp.

"Klappern gehört zum Geschäft, auch vor der eigenen Haustür", unterstrich Peter Hauk. Der Minister für Ländlichen Raum verwies auf die Bedeutung der Dienstleister vor Ort, wolle man regionale Wertschöpfungsketten stärken. Dass das regionale Messe-Highlight bereits zum vierten Mal eine solch gelungene Präsentation biete, sei toll.

Wie eine Messe unter Palmen war die Gewerbeschau „Neckar & Elz Aktiv“ in der und rund um die Pattberghalle. Foto: Lahr

"Unser Maimarkt ist schon im März", schlussfolgerte Landrat Dr. Achim Brötel nach dem Blick auf den Kalender. Herausgekommen sei eine echte Leistungsschau. "Da brauchen wir uns gar nicht zu verstecken." Die persönliche Beratung, das Anfassen und Fühlen sah er als unschlagbare Pluspunkte der Aussteller – gerade in Konkurrenz zu digitalen Anbietern.

Auch wenn Deutschland im Jammern einen Spitzenplatz einnehme, sah Brötel in den hier Aktiven den genauen Gegenentwurf. "Weiter so", wünschte er den Ausstellern – zudem viele Besucher, "die nicht nur schauen, sondern auch kaufen und Verträge abschließen".

"Hier zeigen wir, was ,the Länd’ ausmacht", anerkannte Cathleen Göthel, Unternehmensförderin der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar. Trotz einer "Seitwärtsbewegung der Wirtschaft" sei es wichtig, auch auf die Ausbildungsmöglichkeiten und Jobangebote vor Ort zu verweisen. Um hier passgenauer Jugendliche zu vermitteln, habe man den Verein "jobNOK" gegründet.

Beim Messerundgang erzielte schnell ein 3D-Drucker der Ausbildungswerkstatt der Untertageanlage Neckarzimmern die Aufmerksamkeit der Ehrengäste. Ausbilder Chris Meßler konnte – passend zur Jahreszeit – einen frischproduzierten orangefarbenen Hasen vorzeigen. Ab dem dritten Lehrjahr stünden den angehenden Elektronikern vier entsprechende Drucker zur Verfügung. Sie würden damit meist Gehäuse produzieren.

"Einfach ausprobieren", dieser Maxime folgte Marina Rugy. Die junge Frau besucht derzeit die Ausbildungswerkstatt im ersten Lehrjahr und ermutigte ihre Geschlechtsgenossinnen, es ihr gleichzutun. Denn der zivile Ausbildungsgang bei der Bundeswehr hatte in den letzten Jahren schon einen deutlich höheren Frauenanteil gehabt.

Als Kontrastprogramm zum geschmolzenen Kunststoff präsentierte Schreiner Tobias Schädel am Stand gegenüber ein Vollholz-Bett – komplett aus Odenwälder Eiche. Sogar die Auszüge für die Stauraum-Schubladen hat er aus Holz geschaffen. Mit dem "Raumwerk" ist der Neunkirchener Handwerker dieses Jahr das erste Mal auf der Gewerbeschau vertreten. Alles andere als zum Einschlafen fand er das große Angebot in der Pattberghalle.

Am anderen Ende der Holzverwertungskette agiert Nadine Reiser-Covran. Seit der ersten Messe sei die Firma "Reiser Öfen" mit dabei. Gewandelt habe sich allerdings die Nachfrage Weg vom Speckstein-, hin zum Holz- und Pelletofen. Ein rundum drehbarer Kaminofen zeigte die Möglichkeiten auf. Apropos drehen: Glücksräder drehten sich an vielen Ständen der Messe. Mit ihren elf Jahren sicher die jüngsten Glücksfeen waren Maria Grimm und Finja Göthel, die im Auftrag der Firma Spohn das Glücksrad drehten. "Es gibt nur Gewinne", versicherten die versierten Mädels und gingen offen auf die Gäste zu. Wer Fortune hatte, drehte Schokolade statt Kniebeugen. "Alles ist möglich", erklärte Papa Daniel Grimm vor einem barock anmutenden Blumen-Stillleben im XXXL-Format. Bis zu fünf Metern könne man Motive auf Tapeten drucken – dank abwaschbarer Imprägnierung sogar im Badbereich einsetzbar. "Wir machen aber auch viel klassisch weiß", skizzierte der Experte.

Kompakte E-Bikes zeigte Dominik Geier vom bike-center Mosbach das erste Mal auf der Gewerbeschau – und bereicherte auch das Rahmenprogramm mit Zweirad-Themen. Gewichtigere Lasten kann Tobias Kettemann mit seinem Sulzbacher Umzugsunternehmen "On Focus" stemmen. Sein elektronischer Treppensteiger etwa könne bis zu 400 Kilogramm packen und damit mühelos Klaviere oder Tresore transportieren. Sogar über Wendeltreppen könne das Gerät "fahren" und mit einer Ladung 251 Stufen bezwingen. Etwas digitaler ging es bei "Odenwald Regional" zu, einer Regional-App, die zu Lieblingsplätzen und Events führt, aber auch gewerblichen Nutzern offensteht. Lukas Hammel aus Dallau drehte vor Ort für seine Social-Media-Agentur, die in 30 Tagen eine Reichweite von 1,7 Millionen erziele.

Während im Außenbereich zahlreiche fabrikneue Automobile einen Blick unter die Motorhaube oder ins Batteriefach erlaubten, hatte die Firma Ostberg das älteste Ausstellungsstück zu bieten: Neben mediterranen Palmen integrierte der Garten- und Landschaftsbauer einen rund 200 Jahre alten Olivenbaum in seinen Schaugarten. Auf das Gießen konnte er an diesem Wochenende getrost verzichten. Denn obwohl der regionale Maimarkt bereits im März stattfand, war das Wetter ziemlich aprilesk.

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