Mannheim

Tanz um die Stange – erste Pole-Dance Meisterschaft im Südwesten

70 Frauen und drei Männer traten um den Titel an. Die Veranstalterin will das Tanzgenre aus der Schmuddelecke holen.

21.01.2023 UPDATE: 21.01.2023 17:40 Uhr 3 Minuten, 42 Sekunden
Foto: Manfred Ofer

Von Manfred Ofer

Mannheim. Tanzen ist in Mode. Das Interesse daran wächst beständig, und das ganz gleich, ob das mit Blick auf Standard, Hip-Hop-, oder Jazz und Modern Dance geschieht. Poledance ist das jüngste Genre, das darüber hinaus eines der vielseitigsten ist. Es vereint Tanz, Sport und Show, und es weckt Neugierde quer durch die Generationen. In Mannheim fand am Samstag dahingehend die erste Meisterschaft in Baden-Württemberg statt. Die Veranstalterin Miriam Saroos (44) möchte dadurch nicht nur ihren Sport fördern, sondern auch Vorurteile abbauen.

Sie haben ein Faible für Filmmusik. Die beiden jungen Frauen, die gerade eine akrobatische Figur in schwindelerregender Höhe an einer Stange absolvieren, bewegen sich zum Soundtrack aus dem US-Thriller "The Purge". Entsprechend dynamisch ist die Choreografie, die das Duo mit einem Hauch von sinnlicher Dramaturgie ihrem Publikum serviert. Vor der Bühne im Kulturhaus zu Käfertal haben sich mehrere Hundert Besucher eingefunden, um den Wettkämpfen beizuwohnen. Moderiert wird die Veranstaltung noch dazu mit viel Chuzpe von Dragqueen Kelly Heelton aus Wiesbaden.

65 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und Luxemburg waren am Samstag angereist, um in den sieben Kategorien anzutreten: "Single", "Double", und "Exotic", und das jeweils noch in den Versionen "Amateur" und "Advanced". Eine siebente Kategorie stellte die "Pole Group" dar. Hier traten zwei mehrköpfige Formationen gegeneinander an. Gefragt ist beim Poledance neben Kraft, Dynamik und Akrobatik auch eine unterhaltsame Show, die eine Symbiose aus Musik, Kostüm und Maske integriert. Jede Choreografie, die in Mannheim auf die Bühne kam, stand für ein Thema, das die Tänzerinnen und Tänzer ausdrucksstark in Szene setzten.

Während der Show wurden auf der Bühne eine statische und eine sich drehende Stange gebraucht. Vor diesem Hintergrund verschwammen für den Betrachter schnell die Grenzen zwischen Profis und den Amateuren, denn das, was da von der Morgenstunde, bis in den frühen Abend hinein geboten wurde, erinnerte an Szenen aus dem Hochleistungssport. Das begeistert übrigens bei weitem nicht nur Frauen, sondern in zunehmendem Maße auch Männer. So nahmen am Samstag drei Tänzer an der Meisterschaft in Mannheim teil. Zu Letzteren gehörte Matthias Scheuermann (29).

"Ich bin zum ersten Mal auf einem Junggesellinnen-Abschied mit dem Poledance in Berührung gekommen", erzählt der junge Chemie-Laborant und lacht. Das habe ihm so gut gefallen, dass er schon ein Jahr später mit dem Training an der Stange angefangen habe, und zwar im Studio "Pole and Move!" in ...

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